Republica Liebe in Zeiten der Hasskommentare

Von Erik Raidt 

Auf der Republica treffen sich von Montag an Blogger, Politiker, Politiker und Unternehmer. Foto: dpa
Auf der Republica treffen sich von Montag an Blogger, Politiker, Politiker und Unternehmer. Foto: dpa

An der Internetkonferenz Republica kommt in Deutschland niemand vorbei, der beim digitalen Wandel der Gesellschaft mitreden will. Von Montag an geht es in Berlin um Fakten statt Fake News. Warum ist diese Veranstaltung so wichtig?

Berlin - Als Facebook noch eine Spielwiese für einige wenige war und niemand für möglich hielt, dass einmal Autos ohne menschliche Eingriffe fahren könnten – da war er schon da: Sascha Lobo ist in Deutschland auch heute noch der bekannteste Deuter für digitale Themen. Eine Zeitung bezeichnete den Mann mit der markanten Frisur kürzlich als „Erklärirokesen“ des Internets. In dieser Eigenschaft tritt Lobo gleich mehrfach auf der Netzkonferenz Republica auf, die am Montag in Berlin beginnt.

Was bitte ist überhaupt diese Republica – und was passiert dort?

Gar nicht so leicht zu beantworten. An drei Tagen werden knapp tausend Sprecher aus 60 Ländern über alles reden, was irgendwie mit dem Internet, der Digitalisierung und der Zukunft zu tun hat. Es geht um die demokratiezersetzende Kraft der Fake News, es geht darum, was es für die Gesellschaft bedeutet, wenn künftig immer mehr Roboter bei der Arbeit, in der Pflege oder in der Medizin zum Einsatz kommen. Man diskutiert darüber, wie Hassreden eingedämmt werden könnten, welche Chancen und Risiken in der Nutzung von Drohnen liegen. Kurz: die Republica ist eine Konferenz mit extrem breitem Themenspektrum. Andreas Gebhard, Gründer der Republica, sieht in ihr ein „Zeitgeistdokument der digitalen Gesellschaft“.

Über dem bunten Themengewusel der Konferenz steht jedes Jahr ein Motto. In diesem Jahr heißt es „Love out loud“ – angelehnt an die in Kurznachrichten beliebte Abkürzung LOL, die für „Laughing out loud“, also lautes Gelächter steht. Dass in diesem Jahr nun die Liebe von der Republica in die Welt ausstrahlen soll, liegt an der öffentlichen Wahrnehmung vieler Internetphänomene: Soziale Medien haben sich in den Augen mancher in vermeintlich asoziale Netzwerke verhandelt, die verseucht sind mit Hasskommentaren und Halbwahrheiten.

Facebook geriet kürzlich wegen Morden, die live übertragen wurden, in die Kritik. Mark Zuckerberg selbst musste darauf reagieren und äußerte sein Bedauern. Dem digitalen Unbehagen will die Republica mit ihrem Motto entgegentreten: „Wir wollen die Menschen motivieren, selbst aktiv zu werden, für eine offene Gesellschaft, für Demokratie und Pressefreiheit einzutreten“, sagt Markus Beckedahl, Mitveranstalter der Republica und Chefredakteur von Netzpolitik.org.

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