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Rems-Murr-Kreis „Yeah! Yeah! Yeah!“ bei intimer Beleuchtung

Annette Clauß, 10.11.2012 19:00 Uhr

Weinstadt - Es waren einmal zwei beste Freunde, mehr noch: Blutsbrüder. Sie nannten sich Grauer Bär und Schwarzer Mustang und streiften durch die Landschaft um den Flecken Schnait. Eines Tages Anfang der 1960er Jahre beschlossen die schwäbischen Indianer Heinz Lenz und Bernd Brosig, den Beruf zu wechseln und Musiker zu werden. Ein Instrument beherrschte zwar keiner der beiden richtig, aber immerhin spielte Walter Schiller, der Dritte im Bunde, Klavier und Akkordeon.

„Wir haben in einer Kickpause auf dem Bolzplatz ausgeknobelt, wer zu Hause fragen muss, ob er ein Saxofon bekommt“, erinnert sich Bernd Brosig ein halbes Jahrhundert später. Die Wahl fiel auf Heinz Lenz, und er ist seinen Eltern heute noch dankbar, dass sie ihm tatsächlich eines kauften. „Für 500 Mark, das war eine Stange Geld“, sagt der 64-Jährige. Bernd Brosig wurde zum Schlagzeuger ernannt und ein gebrauchtes Instrument in Großheppach aufgetan. „Das haben wir mit dem Leiterwägele geholt. Es hat 170 Mark gekostet, die hat uns der Postbote geliehen“, erzählt Brosig. „Wir haben es rot angemalt und mit Glitzerstaub bepudert.“ Das Colombo-Swingtett war geboren.

Ein halbes Jahr später hatte das Trio seinen ersten Auftritt im Schnaiter Gasthaus Post – mit „Tanzmucke aus der Hitparade“. Die erste Gage von 30 Mark erschien den Jungs wie ein Vermögen. Die Beatles hatten zu der Zeit ihre erste Single „Love me do“ veröffentlicht – mit mäßigem Erfolg. Doch wenig später, das Colombo-Swingtett hatte nun vier Gigs hinter sich, starteten die „Fab Four“ aus Liverpool richtig durch. Heinz Lenz sagt, nachdem er „Love me do“ gehört habe, sei für ihn alles klar gewesen – 500 Mark hin oder her: „Ich habe sofort mein Saxofon in die Ecke gestellt und auf ­E-Gitarre umgesattelt.“ Sein Blutsbruder war ebenfalls begeistert vom Beat, Walter Schiller aber stieg aus.

 
 
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