Rems-Murr-Kliniken Einigkeit bei der Klinikentwicklung

Von Harald Beck 

Laut Entwurf des Medizinkonzepts soll der Krankenhausstandort Schorndorf erhalten bleiben.
Foto:Gottfried Stoppel Foto:  
Laut Entwurf des Medizinkonzepts soll der Krankenhausstandort Schorndorf erhalten bleiben. Foto:Gottfried Stoppel

Der Verwaltungsausschuss hat dem Kreistag einstimmig empfohlen, das neue Medizinkonzept für die Rems-Murr-Kliniken anzunehmen. Dieses sieht vor, zwei Krankenhausstandorte beizubehalten und die Kapazitäten noch weiter auszubauen.

Waiblingen - Das ist ein wichtiges Signal in Richtung Stuttgart“, so hat im Bürgerzentrum das abschließende Wort des Landrats Richard Sigel zum just zuvor erfolgten einstimmige Votum des Kreistags-Verwaltungsausschusses gelautet. Der Ausschuss hat dem Kreistag empfohlen, das neue Gesamtkonzept für die medizinische und bauliche Weiterentwicklung der Rems-Murr-Kliniken abzusegnen.

Kernpunkt darin ist, die beiden Standorte in Winnenden und Schorndorf beizubehalten und die Kapazitäten dem steigenden Bedarf anzupassen. Vor Jahresfrist noch hatten bei einer ebenfalls einem neuen Medizinkonzept geltenden Sitzung an selber Stelle die Winnender Chefärzte in einer Art Brandbrief noch vehement gefordert, Schorndorf zu schließen und sich auf einen zentralen Standort zu konzentrieren.

Ein zusätzliches Jahr ins Konzept investiert

Das Jahr, das zusätzlich in die Entwicklung einer für alle akzeptablen und zukunftsgerichteten Konzeption investierte wurde, habe sich gelohnt, betonte in seiner Präsentation jetzt der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, Marc Nickel. Auch in Sachen Einigkeit innerhalb der Krankenhäuser: „Alle Chefärzte haben unterschrieben“, so Nickel zum jetzt vorgelegten 230-Seiten-Werk mit dem betont programmatischen Titel „Gemeinsam in unsere gesunde Zukunft“.

Grundlegend geprüft habe man in dieser Zeit nochmals drei unterschiedliche Szenarien für die künftige Struktur der Kliniken. Szenario eins ist die Erhaltung beider Standorte bei einer Sanierung der Schorndorfer Klinik im laufenden Betrieb. Unter Szenario zwei wurde untersucht, welche medizinischen und wirtschaftlichen Folgen die Erhaltung beider Standorte bei einem Abriss und Neubau in Schorndorf hätte. Und die dritte Variante war die von den Winnender Chefärzten zunächst geforderte Konzentration auf den Standort Winnenden bei einer entsprechenden Erweiterungen dort. Das Ergebnis sei klar ausgefallen, betonte Marc Nickel. Die einzige medizinisch und wirtschaftlich sinnvolle Perspektive für die Krankenhauslandschaft im Rems-Murr-Kreis sei die Sanierung in Schorndorf und die gemeinsame Weiterentwicklung zusammen und medizinisch abgestimmt mit der Klinik in Winnenden.

Verbunden ist die Weiterentwicklung der Kliniken allerdings mit Investitionen von knapp 69 Millionen Euro und einem Kreditbedarf von zusätzlich 33 Millionen. Während Szenario zwei mit Kosten von 230 Millionen Euro zu Buche schlagen würde, wäre auch bei der Konzentration auf einen Standort der Investitionsbedarf um rund zehn Millionen Euro höher und zusätzlich mit einer deutlich schlechteren wirtschaftlichen Perspektive verbunden.

Zuschussbedarf soll auf 5,5 Millionen sinken

Ziel sei, die Schulden der Rems-Murr-Kliniken binnen zehn Jahren um 50 Millionen Euro auf 170 Millionen zu senken. Der momentan deutlich über 20 Millionen Euro pro Jahr liegende Zuschussbedarf würde laut der Wirtschaftlichkeitsrechnung bis 2024 für Szenario eins auf etwa 5,5 Millionen Euro sinken.

Die Fragen im Verwaltungsausschuss bezogen sich unter anderem auf eine mögliche weitere Förderung. Für die zusätzlichen Betten könne man da mit 40 Prozent Anteil rechnen, so Nickel. Falls das Sozialministerium den Bedarf anerkenne, was aber angesichts der Belegzahlen und der niedrigen Bettenzahl im Kreis kein Problem bereiten dürfe. Ob eine schnellere Realisierung der Schließung in Schorndorf am wirtschaftlichen Ergebnis etwas ändern würde, war eine weitere Frage. Hier sei angesichts von Abriss und Kompensationszahlungen für verlegte Patienten sogar das Gegenteil der Fall, so die Experten. Am Ende befanden die Fraktionen unisono, man befände sich „auf einem guten Weg“ und empfahlen dem Kreistag am 24. April grünes Licht für das Medizinkonzept zu geben.

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