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Reißtest Von Leder bis zu den Leinen

Cornelia Wolter/dpa, vom 23.12.2011 11:05 Uhr
Beim Kauf von Möbelbezügen sollte man beim Händler Reib- und Lichtechtheit sowie
Scheuerbeständigkeit des Stoffes abfragen. Foto: dpa
Beim Kauf von Möbelbezügen sollte man beim Händler Reib- und Lichtechtheit sowie Scheuerbeständigkeit des Stoffes abfragen. Foto: dpa

Nicht nur Design und Farbe zählen: Um möglichst lange etwas vom neuen Sofa oder von den Esszimmerstühlen zu haben, sollten diese auch robust und gut zu pflegen sein. Schließlich sitzt man oft stundenlang darauf, rutscht auch mal hin und her, und Kinder hüpfen darauf. Beim Kauf von Möbeln sollte man Reibechtheit, Scheuerbeständigkeit und Lichtechtheit des Polsterstoffes abfragen.

Auch wichtig: Zieht der Stoff Fussel an, oder bilden sich schnell Knötchen? Vor allem aber sollten Käufer auf die Pflegebedürfnisse der Bezüge achten - denn jeder Stoff verschmutzt über kurz oder lang. „Allein schon das Daraufsitzen führt zur sogenannten Farbmigration - das heißt, dass dunkle Kleidungsstücke wie Jeanshosen auf die Polsterstoffe abfärben”, erklärt Wilfried Gatzke vom Verband Deutscher Möbelsachverständiger in Ostercappeln. Das sei unvermeidlich und fällt gerade bei hellen Bezügen besonders auf. Deshalb sagt der Sachverständige auch: es gebe keine wirklich pflegeleichten Stoffe. Grundsätzlich seien aber synthetische Materialien wie Viskose oder Polyester pflegefreundlicher als Naturmaterialien wie Seide, Wolle, Leinen und Baumwolle.

Für einen Haushalt mit kleinen Kindern oder mit Haustieren empfiehlt der Experte abwaschbare Möbelstoffe wie etwa Kunstleder. „Allerdings können billige Kunstleder schnell spröde werden und reißen”, schränkt Wilfried Gatzke ein. Hochwertige Kunstleder seien dagegen fast so gut haltbar wie echtes Leder. Das edelste echte Leder ist das Anilinleder. „Es ist naturbelassen, offenporig, sehr empfindlich und wird mit der Zeit speckig”, erklärt Gatzke. Es gibt auch Semianilinleder - es ist echtes Leder, das mit einer schützenden Farbschicht überzogen wird.

Noch pflegeleichter ist Glattleder, auch gedecktes Leder genannt. Es wird komplett mit einer elastischen Farbschicht überzogen. Wer etwas Zeitloses und Strapazierfähiges sucht, dem rät Gatzke zu einer Ledergarnitur in dunklen Farben. Am meisten schaden dem Leder Licht und Trockenheit, weshalb die Sitzmöbel besser nicht direkt an der Heizung oder am Fenster stehen - das gilt auch für Modelle mit anderen Bezügen, denn Farben und Stoffe jeder Art vergilben bei Sonneneinstrahlung. „Bei Leder ist es wichtig, dass es regelmäßig nachgefettet wird”, ergänzt Gatzke. Staub und Krümel werden vorsichtig abgesaugt und das Leder dann nur nebelfeucht abgewischt.

Das regelmäßige Nachimprägnieren mit vom Hersteller empfohlenen Mitteln ist außerdem ratsam. Gegerbtes Leder hat im Gegensatz zu anderen Naturmaterialien den Vorteil, dass es Ungeziefer wie etwa Motten nicht anzieht. Das sei bei Leinen oder anderen natürlichen Stoffen der Fall. Neben dem Bezug ist das richtige Innenleben wichtig. „Schaumstoff wird über kurz oder lang porös und bröselig, außerdem ist es nicht abbaubarer Sondermüll”, sagt der Polsterer Andreas Gebhardt aus Berlin. Besser seien Polsterungen aus richtig geschnürten Federn, Rosshaar, Werk, Palmfasern und Federleinen - so wie sie einst traditionell hergestellt wurden.

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