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Region Beschäftigte profitieren vom Aufschwung

Petra Otte, vom 29.10.2010 16:15 Uhr

Stuttgart - Nach Bosch wollen nun auch der Sportwagenbauer Porsche sowie die Autozulieferer ZF und Elring-Klinger ihre Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen. Die Modelle dafür variieren.

Europas größter Autozulieferer Bosch hat den öffentlichkeitswirksamen Auftakt gemacht, nur Tage später gibt es in der Branche weitere Beispiele: Der Dichtungsspezialist Elring-Klinger aus Dettingen zieht ebenso wie Bosch die Tariferhöhung für 2011 um zwei Monate auf Februar vor, der Getriebehersteller ZF in Friedrichshafen schüttet 20 Millionen Euro Sonderprämie an seine deutschen Mitarbeiter aus. Jeder Beschäftigte erhält somit 500 Euro Bonus, hinzu kommen voraussichtlich jeweils um die 1000 Euro Erfolgsbeteiligung für das Geschäftsjahr 2010.

Bei den beiden Stuttgarter Autobauern Porsche und Daimler wird nach wie vor über eine frühere Auszahlung der 2,7 Prozent Lohnplus verhandelt, für Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück steht das Ergebnis allerdings schon fest: "Darüber gibt es bei der glänzenden Ertragslage von Porsche überhaupt keine Diskussion", betonte er. "Das ist eine Selbstverständlichkeit zur Anerkennung dessen, was die Belegschaft leistet." Zudem laufen bei dem Sportwagenbauer derzeit Gespräche über eine Sonderzahlung, die die Beschäftigten am Erfolg beteiligt. Zuletzt betrug diese pro Mitarbeiter 2100 Euro. Daimler hat nach wie vor nicht über eine frühere Lohnerhöhung entschieden - obwohl der Konzern seine Ergebnisprognose gestern erneut erhöht hat und nun über sieben Milliarden Gewinn erwartet.

Mit den vorgezogenen Tariferhöhungen oder Sonderzahlungen wollen die Unternehmen einen Teil der Einbußen ausgleichen, die Mitarbeiter im Zuge der Absatzkrise 2009 durch Kurzarbeit oder Lohnverzicht erlitten haben. Vor allem die Automobilindustrie profitiert derzeit von einem überraschend starken Aufschwung, daraus resultierende Gewinne geben einige Betriebe in den kommenden Monaten teils an ihre Beschäftigten weiter. Voraussichtlich aber nicht alle: Bei den Autozulieferern Dürr, Mahle und Behr sind derzeit keine Sonderzahlungen im Gespräch. Der Sägenhersteller Stihl hält es noch für zu zeitig, um über eine frühere Lohnerhöhung zu entscheiden.

 

Kommentare (2)
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NOV
09
07:20 Uhr, geschrieben von Norbert Gürtler
Beschäftigte profitieren von Sonderzahlungen
Es ist schwierig diese Boomsituation kritisch zu bewerten. Fakt ist meiner Meinung nach dass z.B. Daimler wieder ein Millionenschweres Strukturprogramm mit Abfindungen,Frühpensionierungen und Alterteilszeit auflegt, welches auf eine Laufzeit bis Ende März 2011 ausgelegt ist. Dadurch wird der erzielte Gewinn zum Personalabbau verwendet und der Operating Profit sinkt und die Ergebnisbeteiligung ebenfalls. Natürlich ist das legitim und für den einzelnen Mitarbeiter sicherlich eine gute Möglichkeit das Unternehmen frühzeitiger zu verlassen. Wenn allerdings der Nachfrageboom nach Mercedes Fahrzeugen anhält und Produktions Hoch Zeiten anstehen, fehlen eben diese Mitarbeiter und werden unter Umständen durch Leiharbeiter ersetzt. Hat man deshalb die Leiharbeiter Quote bei Daimler um 100 % erhöht?
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NOV
01
10:27 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Sonderzahlungen
Warum leben denn die deutschen Autohersteller fast nur noch vom Export? Wenn sich soviele Leute im Ausland Autos leisten können, geht es denen anscheinend blendend, wohl sehr deutlich besser als uns. Es ist ja mittlerweile ein offenes Geheimnis, daß innerhalb der EU Deutschland (fast) das niedrigste Lohnniveau hat. (Von der Automobil- branche mal abgesehen.) Immer mehr werden zu Subunternehmern outgesourct und haben nur noch 6 Euro netto die Stunde. Skandinaviern, Holländern, Engländern, Franzosen, Schweizern, Östereichern geht es viel besser als uns. Woran liegt das? Vielleicht an der Geldgier unserer Führungsmanager, denen der 500fache Verdienst eines normalen Arbeiters nicht reicht?
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