Regierungsbündnis im Südwesten Seehofer rät zu Grün-Schwarz  

Von Frank Krause 

Verstehen sich gut: Ministerpräsidenten Kretschmann (li.) und Seehofer Foto: dpa
Verstehen sich gut: Ministerpräsidenten Kretschmann (li.) und SeehoferFoto: dpa

Eine Woche nach der Wahlniederlage taumelt die Landes-CDU zwischen Hoffen und Bangen. Zwar könnte sie Juniorpartner der Grünen werden, aber sie fürchtet ein Veto der Mitglieder.

Stuttgart - Die Südwest-CDU kommt nach dem Debakel bei der Landtagswahl nicht zur Ruhe. Im Mittelpunkt: Fraktionschef Guido Wolf. Mehrere Kreisverbände und ­Organisationen der Partei forderten am Wochenende seinen Rücktritt. Christian Bäumler, Landeschef der CDU-Sozialausschüsse, kritisierte, dass Wolf auf CDU-Seite die möglichen Koalitionsgespräche mit den Grünen leiten wolle: „Niemand hat Herrn Wolf zum Verhandlungsführer ernannt.“

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) riet der Landes-CDU, ein Bündnis mit den Grünen einzugehen. „Die CDU in Baden-Württemberg muss sich fragen, wie sie mit den Grünen für das Land und die Menschen eine gute gemeinsame Politik ­anbieten und umsetzen kann. Wenn das ­gelingt, sehe ich keinen Grund, Nein zu einer Koalition zu sagen.“ Man müsse „neidlos anerkennen, dass Ministerpräsident Kretsch­mann sein Handwerk versteht“.

In der CDU geht derweil die Debatte über die Ursachen für die Wahlniederlage weiter. Der ehemalige Finanzminister Willi Stächele (CDU) sagte am Sonntag unserer Zeitung: „Es darf nichts unter den Teppich gekehrt werden.“ Man müsse „ergebnisoffen in die Verhandlungen mit den Grünen“ gehen. Ex-Minister Wolfgang Reinhart warnte: „Ich ­rate zur Besonnenheit. Es wäre fahrlässig, jetzt alte Rechnungen zu begleichen.“

Steffen Bilger, Chef des einflussreichen CDU-Bezirksverbandes Nordwürttemberg, warb dafür, die Mitglieder der Basis bei der Aufarbeitung der Niederlage einzubinden. „Es muss jetzt zeitnah Basiskonferenzen ­geben, um den Leuten die Gelegenheit zu ­Diskussion zu geben, was schiefgelaufen ist.“

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