Radfahrer Hermann fordert Helmpflicht

Von dpa/lsw 

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Baden-Württembergs Verkehrsminister will die Radhelmpflicht - nicht nur für Kinder und Jugendliche.

Stuttgart - Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) fordert eine Helmpflicht für Fahrradfahrer - und zwar nicht nur für Kinder. „Helmpflicht für Kinder und Jugendliche wäre ein Anfang, aber letztlich zu wenig. Denn die Schädel der Erwachsenen sind im Fall des Falles auch keine Hartschalen“, sagte Hermann der „Welt am Sonntag“.

Die Landesverkehrswacht pflichtete dem Minister bei. „Kopf und Kragen zu riskieren, muss nicht sein. Ein Fahrradhelm kann Leben retten und verheerende Kopfverletzungen verhindern“, betonte Verbandspräsident Heinz Kälberer. Er nahm dabei die Eltern in die Pflicht: „Wenn Kinder mit und Erwachsene ohne Helm fahren, wirkt dies nicht überzeugend und gibt auch kein Vorbild.“

Hermann sagte: „Es muss jede Möglichkeit genutzt werden, um die Köpfe der Radfahrer vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen. Eine bessere Methode als den Helm kenne ich nicht. Er ist das Schutzschild Nummer eins.“

Kritik an Ramsauers Plänen

Der Grünen-Politiker kritisierte zugleich die Ankündigung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der die Helmpflicht einführen will, wenn die Quote der Radfahrer mit Kopfschutz nicht auf mehr als 50 Prozent ansteigt. „Wie soll eine derart komische allgemeine Drohung beim Einzelnen wirken?“ Ramsauer solle entweder eine überzeugende Kampagne zum Helmtragen machen oder mit den Ländern die Tragepflicht vorbereiten.

Das Gegenargument, wonach eine Helmpflicht die Freiheitsrechte der Bürger beeinträchtigen würde, lässt Hermann nicht gelten: „Man muss das Freiheitsgefühl ohne Helm gegen das Verletzungsrisiko abwägen. Ich entscheide mich für Gesundheitsschutz.“

 

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