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Prozess am Landgericht Stuttgart Mit einem Stein gegen den Kopf geschlagen

Von George Stavrakis 

Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen. Foto: dpa
Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen.Foto: dpa

Drei Männer sollen auf einem Grillplatz zwei andere Männer wüst zusammengeschlagen haben. Sie müssen sich nun am Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Ein Angeklagter soll sogar mit einem Stein auf ein Opfer eingeprügelt haben.

Stuttgart - Alkohol, ethnische Animositäten, ein Wort gibt das andere – und dann finden sich drei Männer auf der Anklagebank vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart wieder. Die drei 19, 25 und 45 Jahre alten Männer sind wegen versuchten Totschlags und wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil sie zwei Männer auf dem Hedelfinger Grillplatz Steinprügel wüst verprügelt haben sollen – unter anderem mit einem Stein.

Laut Anklage soll sich ein Griller am Abend des 12. September vergangenen ­Jahres abfällig über Rumänen geäußert haben – was dem 45-jährigen Rumänen, der mit seinem Neffen und einem Kumpel auf der Anklagebank sitzt, so gar nicht gefallen ­habe. Er werde zurückkommen, mit ­Verstärkung, soll der 45-Jährige damals ­angekündigt haben.

Eine gebrochene Nase und Prellungen

Ein Mann, ein Wort. Gegen 22.20 Uhr tauchte der Angeklagte zusammen mit ­seinem 19-jährigen Neffen, dem 25-jährigen Kumpel und einem bislang unbekannten Mitstreiter erneut auf dem Grillplatz auf. Eine Lektion stand an. Zuerst sollen die Angreifer auf den mutmaßlichen Beleidiger losgegangen sein. Dessen russischstämmiger Landsmann versuchte zu schlichten und geriet so in den Fokus der Angeklagten. Das erste Opfer konnte fliehen, der Schlichter wurde laut Anklage zu Boden getreten und unter anderem mit einem Stein geschlagen. Der 36-Jährige trug eine Nasenspitzenfraktur und etliche Prellungen davon. Weil die Angreifer ihn gegen den Kopf geschlagen haben sollen, wird ihnen versuchter Totschlag vorgeworfen. Die Männer waren kurz nach der Schlägerei noch in Tatortnähe festgenommen worden. Die Ehefrau des 36-jährigen Opfers hatte per Handy die Polizei gerufen.

Zwei der drei Angeklagten wollen sich vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern. ­Allein der Dritte im Bunde, der 19 Jahre alte Neffe, will aussagen. Nachhaltige Aufklärung wird dies aber wohl nicht bringen. Er hat bereits bei der Polizei zu Protokoll gegeben, er habe schon ganz am Anfang der Prügelei einen Finger ins Auge bekommen, sei deshalb außer Gefecht gewesen und wisse überhaupt nicht, wer wann wen wie geschlagen haben soll.

Am ersten Prozesstag wurde lediglich die Anklage verlesen. Erst am 17. März sollen der Neffe und Zeugen gehört werden.

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