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Probleme im Südwesten Russland drosselt Gaslieferung

StN, vom 07.02.2012 17:51 Uhr
  Foto: dpa
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Stuttgart – Ausbleibende Gaslieferungen aus Russland haben im Südwesten weitaus größere Probleme verursacht als bisher bekannt. Die Lieferungen an Energieversorger und Teile der Industrie wurden in den vergangenen Tagen gedrosselt, sodass die baden-württembergischen Haushalte nur knapp schwerwiegenden Lieferengpässen entgangen sind. Mit Blick auf die Versorgungssituation sprach ein Vertreter des größten Gasnetzbetreibers im Südwesten, Gasversorgung Süddeutschland Netz (GVS), gegenüber unserer Zeitung von einer „Lage, die alle paar Jahre mal vorkommt“. Grund für die auch derzeit noch angespannte Situation ist nach Einschätzung von Fachleuten, dass die Gasmengen, die den baden-württembergischen Markt aus Russland erreichen, geringer sind als üblich.

Bereits vor Tagen hatte Russland seine Gas-Lieferungen nach Westen teilweise eingeschränkt, weil der staatliche Energieriese Gazprom wegen der kalten Witterung vorrangig den heimischen Markt versorgen musste. Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent ist Deutschland extrem von russischem Erdgas abhängig. Um die Lage im Land unter Kontrolle zu halten, habe man bereits am vergangenen Donnerstag eine Sondereinheit gebildet, sagte der GVS-Netz-Sprecher. Am vergangenen Freitag habe sich die Lage aber weiter verschärft. In einem daraufhin an alle Großkunden verschickten Brief spricht die GVS-Netz von einer „kritischen Situation“ und fordert die Energieversorger „dringend“ auf Gas zu sparen. Unter anderem sollen – falls vertraglich möglich – Lieferungen heruntergefahren oder unterbrochen werden.

Nach Recherchen unserer Zeitung ist dies auch schon geschehen. So ist seit vergangenen Freitagabend Block vier des Karlsruher EnBW-Meilers RDK nicht mehr am Netz, wie eine EnBW-Sprecherin bestätigte. Die GVS-Netz selbst habe in den vergangenen Tagen die Gaslieferungen für „eine Handvoll Kunden“ reduziert, sagte der Sprecher. Die Versorgung der Haushalte sei aber weiter sicher. Auch in den kommenden Tagen bleibe die Lage angespannt. Experten führen die Situation auf die Kältewelle in Europa zurück. In Italien wurde die Versorgung einiger Industriekunden mit Gas bereits zeitweise eingestellt. Wichtiger noch aber ist, dass die Energieversorger im Land aufgrund Vorgaben der Regulierungsbehörden immer seltener eigene Gasspeicher unterhalten, die als Puffer dienen.

 

Kommentare (9)
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FEB
09
18:12 Uhr, geschrieben von K. Ohnesorg
Ja, was?
Negativbewertungen zu hauf! Ja was? Alles falsch? Schauen wir also bei Greenpeace Energy nach! (http://www.greenpeace-energy.de/windgas/fragen-antworten.html) "Die Speicherkapazitäten im Gasnetz betragen ca. 220 TWhth. Demnach kann durch Windwasserstoff unter Beachtung der geltenden Einspeisegrenzen von z.B. 5 Volumenprozent (1,5 % energetisch) bereits heute 1,8 TWhel eingespeist werden. Dies entspricht dem Stromverbrauch eines Tages in ganz Deutschland." 1,5 % energetisch = 1,8TWhel = Stromverbrauch eines DE-Tages Also 100% gleich ca. 60 Tage Thermischer Verbrauch: 20MWh/Jahr pro Haus (nach GPE, aber auch nach der Erfahrung kein ganz falscher Wert) 20MWh x ( geschätzte) 25 Mill. Häuser je 4 Pers. in DE = 500TWhth pro Jahr Dann sollten gespeicherte 220TWhth doch fast 1/2 Jahr reichen, um alle (ALLE!) Häuser mit Gas zu heizen! OK, die Industrie braucht auch. Die Häuser liegen bei 30 - 40% vom Total. Viele Häuser aber werden mit Oel beheizt. Ein paar Monate bis 1/2 Jahr sollte das gespeicherte Gas also doch wirklich reichen. Warum ist da bereits nach ein paar kalten Tagen ein Engpass? Was ist hier falsch?
FEB
08
19:42 Uhr, geschrieben von R.M.
Den Sie wußten nicht was sie nach dem Atomausstieg erwartete, die 2. kommentierung..........
......da wallt die grüne Seele aber gewaltig wenn man die Negativbewertungen der meisten im Sachverhalt richtigen Kommentare sieht. Ein subtile Abfolge der Faktenlage zur Energieversorgungslage bei den den derzeitigen Wetterverhältnissen, die im übrigen nicht all zu selten jetzt und in der Vergangenheit waren. Die Nabelschnur der elektrischen Energieversorgung sind die Höchstspannungsnetze genannt Transportnetze mit betrieben mit 380- / 220- KV ( Kilovolt ). Dieses Netz wurde sukzessive über viele Jahrzehnte Lastabhänig ausgebaut. Ein deutschlandweites Geflecht von lastrelevanten Einspeisepunkten ( Kraftwerke aller Kategorien z.B. AKW, WKW und mit fosilen Brennstoffen betriebene KW) versorgen diese Netze mit der abnahmerelevanten Energie - Menge genannt MW ( Millionenwatt )zu jeder Zeit. Da die Abnahmemengen dieser elektrischen Leistung von Abnahmestandpunkt zu Abnahmestandpunkt unterschiedlich sind, bedingt durch die örtlichen Verbrauchs-Infrastrukkturn ( überwiegend Industriestandorte oder gemischte Standorte ) , sind die Kraftwerkskapazitäten an den Netz-Einspeise-Punkten auf die örtlichen Abnahmeverhältnisse abgestimmt. Das Verbundnetz ist auch zu Sicherstellung bei Ausfällen durch einzelne Kraftwerkskapazitäten so konzipiert das diese Ausfälle kompensiert werden können. Wie man sieht ist dies ein sehr sensibles komplexes System , daß auf Veränderungen von Parametern in der Energieerzeugung im höchsten Maße zwangsläufig reagiert. Die Abschaltung von netzrelevanten Standort notwendigen Kraftwerkskapazitäten ( AKW ) ohne adäquaten Ersatz, ist aus Sicht der technischen Zusammenhänge in Bezug auf die Versorgungssicherheit imhöchsten Maße gefährlich , falsch und unverandwortlich. Zu dieser schon destabilisierten Situation in den Verbundnetzen kommt noch erschwerend die verringerte Gaslieferungsmenge für die Versorgung der Gasturbinen Kraftwerksanlagen hinzu. Die Verbundnetzkuppelstellen zu den europäischen Verbundnetzen sind nur bedingt belastbar technisch ausgelegt. Das ist der derzeitige Stand der Energieversorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Die Versorgungsicherheit wäre ohne diese politische Fehlentscheidung unproblemtischer Beherrschbar . Das sollte diesen, "Der Strom kommt aus der Steckdose", grünen Besserwisser und selbsternannten Retter der Menschheit mit der verblieben Rest-Intelligenz eigentlich begreifbar sein.
FEB
08
12:08 Uhr, geschrieben von R.M.
Den Sie wußten nicht was sie nach dem Atomaussteug erwartete.....
......das ist ein leider für uns alle prekärer Zustand der mit absoluter Sicherheit nicht besser werden wird. Auf lange Sicht gesehen, und damit meine ich Dekaden alls Zeitfenster, werden wir keine gesicherte Energieversorgung mehr haben. Diese jetzig und die kommenden kritischen Situationen sind allein der Dummheit der jetzigen politisch Verantwortlichen zu zuschreiben. Wenn Machtgier und relative Dummheit in der Politik zusammentreffen, enstehen solche Zustände.
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