Preisverleihung der Leibinger-Stiftung in Ditzingen Führende Laserforscher geehrt

Von Franziska Meißner 

Viele Wissenschaftler wurden mit dem Innovationspreis ausgezeichnet, darunter eine Projektgruppe, die sich mit Reibungsminderung von Oberflächen durch Laser befasst; sie erhielt einen zweiten Preis. Foto: factum/Bach
Viele Wissenschaftler wurden mit dem Innovationspreis ausgezeichnet, darunter eine Projektgruppe, die sich mit Reibungsminderung von Oberflächen durch Laser befasst; sie erhielt einen zweiten Preis.Foto: factum/Bach

Für besondere Errungenschaften im Bereich der Laserforschung hat die Leibinger-Stiftung Preise verliehen. Erstmals durften auch Teile der Öffentlichkeit dabei sein.

Ditzingen - Der eine hat ein optisches Mikrofon erfunden, die anderen sorgen dafür, dass Gravitationswellen präziser gemessen werden können, und ein weiteres Team hat einen künstlichen Stern erschaffen. Den Wissenschaftlern ist gemein, dass sie am Freitagabend von der Leibinger-Stiftung ausgezeichnet worden sind. Diese hat ihren Innovationspreis und den Zukunftspreis in Ditzingen verliehen.

Beide Preise sind bedeutende Ehrungen im Bereich der Laserforschung. Den Zukunftspreis hat der französische Physiker Gérard Mourou gewonnen, der schon im Jahr 1985 zusammen mit Donna Strickland die sogenannte Chirped Pulse Amplification entwickelt hat, die etwa Augen-Operationen vereinfacht hat.

Der Erstplatzierte beim Innovationspreis war Balthasar Fischer, der ein optisches Mikrofon entwickelt hat, das weniger störanfällig ist als ein herkömmliches. Den zweiten Preis bekamen zum einen Garrett Cole und Markus Aspelmeyer, die die präzisesten Spiegel der Welt entwickelt haben. Ebenfalls zweitplatziert ist eine Projektgruppe, die daran arbeitet, Oberflächen so zu strukturieren, dass sie weniger Reibungsfläche bieten. Den dritten Platz bekommt die Laser Guide Star Alliance, die in einer chilenischen Wüste einen künstlichen Stern mit Laser schuf.

„Institution der Laserforschung“

Neben prominenten Gästen – angekündigt hatten sich etwa die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Nicole Razavi und der künftige Landesbank-Chef Rainer Neske – waren zum ersten Mal auch Teile der Öffentlichkeit eingeladen. Leser mehrerer Zeitungen hatten sich zu der geschlossenen Veranstaltung anmelden können. Die Stiftung, sagte die Geschäftsführerin Brigitte Diefenbacher, möchte dadurch allen Bürgern die Gelegenheit geben, dabei zu sein. Laut der Geschäftsführerin haben sich ganz unterschiedliche Menschen gemeldet, darunter Forschungsmitarbeiter und Nachwuchswissenschaftler, aber auch eine ältere Dame – die dann aber doch abgesagt habe.

Die Schwierigkeit bestand für Laudatoren und Redner gleichwohl darin, das geballte Fachwissen auch für Laien verständlich auszudrücken. Elizabeth Rogan, Geschäftsführerin der Osa (The Optical Society) charakterisierte die Veranstaltung als „eine der bedeutendsten Feierlichkeiten in unserem Bereich“. Ein komplexes Thema anschaulich gemacht hatte der Lichtkünstler Tim Otto Roth: Er simulierte mit einer Laser-Installation den Urknall.

Die Laserpreise wurden vor den knapp 700 Besuchern zum neunten Mal verliehen. Die Stiftung selbst hat Berthold Leibinger 1992 gegründet. Er war lange bei der Firma Trumpf, von 1978 bis 2005 als Vorsitzender der Geschäftsführung. In den 1980er Jahren begann man bei Trumpf, Lasersysteme zu entwickeln. Heute gehört die Firma zu den weltweit bekanntesten Unternehmen, die diese Technik ständig weiterentwickeln. Insofern dürfte die Preisverleihung der Leibinger-Stiftung auch für Trumpf eine Rolle spielen.

Die Bedeutung der Preisverleihung unterstreicht auch der Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath, der zwar offiziell im Urlaub weilt, aber dennoch vor Ort war. Eine „herausragende Veranstaltung“ nannte der OB das Event, das Gäste aus der ganzen Welt nach Ditzingen führe. Die beiden Preise hätten sich „binnen relativ kurzer Zeit zu einer Institution in der internationalen Szene der Laserforschung und -anwendung entwickelt“. Vom Engagement der Stiftung, so Makurath, profitiere nicht nur das Image der Region als Forschungs- und Entwicklungsstandort, sondern auch die Stadt.

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