Praxistest Selbst einkaufen oder mit Kochbox kochen?

Von Kerstin Ruchay 

Viele Verbraucher wollen selbst kochen, sich aber nicht mit dem Einkauf abmühen. Neue Anbieter wie Hello Fresh versprechen die Lösung – mit Kochboxen. Macht die Box den Alltag wirklich einfacher? Unsere Autorinnen haben den Test gemacht.

Was passt besser in den Alltag?

Der Kochbox-Käufer: In der Praxis ist manches nicht so praktisch, wie das Konzept von Hello Fresh verspricht. Eine vegetarische Kochbox des Anbieters mit fünf Mahlzeiten wurde getestet, alternativ gibt es auch Boxen mit drei Mahlzeiten und auch mit Fleisch. Die Lieferung ist kompliziert: Der Liefertag kann – abgesehen von Sonntag – frei gewählt werden, das Zeitfenster nicht. Zwischen 8 und 12 Uhr wird geliefert, so der Anbieter. Gegen 11 Uhr trifft der Postbote in unserem Fall ein. So lange zu Hause auf die Lebensmittel zu warten dürfte jedoch für viele Berufstätige kaum eine ­Option sein. Die Alternative: Am Samstag liefern lassen. Doch das kostet drei Euro Aufpreis. Ein weiteres Manko: In der Box sind nur die Zutaten für die Rezeptideen. Kaffee, Milch, Frühstücksmüsli: Diese Lebensmittel sind in der Box nicht enthalten. Komplett erspart bleibt dem Kunden der Einkauf also nicht.

Der konventionelle Koch: Wer lediglich Pasta und Pesto zu Hause hat und auf Gemüse oder Fleisch nicht verzichten will, muss sich den Einkaufskorb schnappen und die Zutaten selbst besorgen. Dafür muss man sich Zeit nehmen und sich vorher überlegen, was man auftischen will – oder spontan entscheiden, worauf man an diesem Tag Lust hat. Der persönliche Einkauf hat auch Vorteile: Wer Wert auf regionale Produkte oder Waren mit Biosiegel legt, kann sie sich selbst am Marktstand oder im Supermarktregal aussuchen – und weiß in der Regel, dass sie frisch sind. Wem tägliche Frische wichtig ist und wer nicht will, dass Hähnchen, Karotte, Salat & Co. zu lange im Kühlschrank lagern, muss allerdings häufiger einkaufen gehen oder sich ein Brot schmieren.

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