Porsche Design Tower Gebaute Markenidentität

Von Nikolai B. Forstbauer 

Das Architekturbüro blauraum setzt auf Fassadenrhythmik Foto: Porsche Design
Das Architekturbüro blauraum setzt auf FassadenrhythmikFoto: Porsche Design

Auf dem Areal des einstigen Hauptgüterbahnhofs im Frankfurter Stadtteil Gallus entsteht seit 2005 das Europaviertel. 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Zu den Glanzpunkten soll dann auch der erste Porsche Design Tower in Europa gehören.

Stuttgart - Porsche – der Name hat einen eigenen Klang. Wie weit trägt dieser Name? Eine Frage die in den kommenden Monaten neue Brisanz erhält. Nicht etwa, weil der Stuttgarter Sportwagenbauer plötzlich ganz andere Wege einschlägt. Nein, ­Porsche Design macht Tempo. 1972 von Ferdinand Alexander Porsche gegründet, ist Porsche Design heute eine der führenden europäischen Luxus- und Lifestylemarken für Männer. Noble Zurückhaltung und klare Linienführung prägen die Produkte, unter denen Taschen und Gepäckstücke wohl zu den bekanntesten zählen.

Gestaltet werden die Produkte im Porsche Design Studio im österreichischen Zell am See. Der nächste Porsche Design Trumpf aber wird in Hamburg konzipiert. Das Hamburger Architekturbüro blauraum wird für den ersten Porsche Design Tower verantwortlich sein. In einer finalen Viererrunde hat sich das 2002 gegründete Büro mit seinen Lenkern Rüdiger Ebel, Volker Halbach und Carsten Venus durchgesetzt – dabei auch gegen einen Entwurf des Stuttgarter Büros Stefan Behnisch.

Ende 2018 soll der Porsche Design Tower fertig sein

„Mit ihrem Entwurf haben die Architekten von blauraum eine hohe Sensibilität für die gestalterischen und funktionalen Kriterien der Marke Porsche Design bewiesen“, sagt Roland Heiler, Chief Design Officer von Porsche Design. Was Heiler meint, deuten die ersten Visualisierungen des geplanten Wohnturms durchaus an. Eine so auffällige wie aufwendige Geschossgestaltung rhythmisiert die klare Rechtecksform. Ist die Fassade zur Frankfurter Innenstadt hin glatt gehalten, ist sie im Westen aufgebrochen. Formal eine spannungsvolle Strukturierung erlaubt das „Herausziehen“ einzelner „Wohnmodule“ zugleich das dialogische Ausgreifen in einen neu geschaffenen Stadtraum. Besonders gespannt darf man den auch auf die Fortschreibung des Markenanspruchs im Inneren des Gebäudes sein, sollen doch – als voll möblierte Boutique-Apartments – unter anderem Porsche Design Suiten entstehen.

Realisiert wird der Porsche Design Tower in Partnerschaft mit P+B Planen und Bauen aus St. Augustin. Hildebrandt Immobilien wiederum soll für die Vermarktung sorgen. Und Geschäftsführer Alfred Hildebrand ist sich sicher, dass das Projekt „eines der außergewöhnlichsten Wohnhäuser Europas“ sein wird. Rüdiger Ebel, ­Geschäftsführer des Architekturbüros ­blauraum, weiß um die hohen Erwartungen – und schürt sie gar noch ein wenig, wenn er sagt: „Was uns im Wettbewerb besonders beschäftigt hat, sind die funktionalen und symbolischen Bedeutungsebenen, die sich schließlich in der Gestalt des Gebäudes manifestieren.“

Bauherr P+B Planen und Bauen sowie Porsche Design als Impulsgeber drücken bei der Realisierung des Projektes aufs Tempo. Ende 2018 soll das 80 Meter hohe Gebäude mit seinen 150 bis 200 Wohnungen fertig sein – als erster Porsche Design Tower in Europa und als zweites Projekt nach dem Porsche Design Tower in Miami. Dort wird mit einem speziellen Autofahrstuhl dem Ausgangspunkt aller Träume, die Porsche Design bedient, ganz direkt gehuldigt.

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