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Porsche-Arena Nuhr und der Gott aus Recklinghausen

Christian Ignatzi, vom 16.01.2012 10:01 Uhr
Dieter Nuhr Foto: dpa
Dieter Nuhr Foto: dpa

Stuttgart - Dieter Nuhr reist auf seiner Tour bescheiden durchs Land. Nur er und sein Tablet-PC samt Ständer stehen auf der Bühne der Porsche- Arena, auf der ganze Orchester Platz hätten. „Schöner Kleinkunstkeller hier“, sagt er, als er auf die Bühne tritt. Zwar scherzt der 51-jährige Düsseldorfer über die große Halle. Für den Komiker zwischen Kabarett und ­Comedy ist diese Größe längst Teil seines ­Tagesgeschäftes.

Comedy? Kabarett? Nuhr: „Bei einem ­Comedy-Programm sind immer Sanitäter ­dabei. Beim Kabarett kommen immer gleich die Bestatter mit.“ Am Freitagabend steht er vor 5500 Zuschauern und erzählt so vor sich hin. Ohne Texthänger, ohne sich aus dem Konzept bringen zu lassen. Auch nicht von Bundespräsident Christian Wulff. „Wenn wir am Ende des Jahres noch über ihn reden, ist das gut, dann ist nichts passiert.“ Nuhr ­erzählt von den Deutschen, die sich zu viele Probleme einreden. „Ich habe noch nie gehört, dass ein Taliban über Laktose­intoleranz redet.“ Und er findet seinen eigenen Grund für die Klimaerwärmung. „Der Chinese will auch Latte macchiato trinken und Auto fahren.“ Ohne Probleme findet er den Übergang zum Thema Religion: „Wer sagt denn, dass Gott ein Mann mit grauem Bart ist, der im Himmel wohnt? Vielleicht ist er auch würfelförmig und wohnt in Recklinghausen.“

Keine Hobbits in Neuseeland

Nach zwei Stunden ohne Pause ist Dieter Nuhr am Ende seines Programms und kommt noch einmal auf die Bühne. Eine Zugabe ­gebe es nicht, sagt er: „Ich bin fertig, mehr habe ich nicht.“ Weiter macht er dennoch. Mit einer Fragerunde. Comedy-demokratisch sozusagen. Eine Frau will wissen, wie Nuhrs Neuseelandreise war. Enttäuscht sei er gewesen, keine Hobbits habe er gesehen. Auf die Frage, wie sein Verhältnis zu Schwaben sei, reagiert Nuhr empört: „Ich hatte noch nie ein Verhältnis mit einer Schwäbin und mit einem Schwaben schon gar nicht.“

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