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Pilotprojekt in Weilimdorf Pilotprojekt: Sportverein und Kindergarten kooperieren

Leonie Hemminger, 07.02.2013 12:00 Uhr
Kinder der Tagesstätte Pforzheimer Straße dürfen künftig auf dem Außengelände des Ski-Clubs spielen.

Weilimdorf - Nicht einmal 500 Meter Fußweg trennen den Kindergarten Pforzheimer Straße 245 vom Ski-Club Weilimdorf. Da ist nicht nur der Fußweg, sondern auch eine Kooperation nahe liegend. Diese ist seit kurzem auch beschlossene Sache: Von März an werden die 40 Kinder der städtischen Kita bis zu dreimal pro Woche auf dem Gelände rund um die Skiklause spielen, auf der Wiese toben oder am Bach planschen. Der Jugendamtsleiter Bruno Pfeifle hat die Nutzungsvereinbarung „gerne unterschrieben“ und hält die Zusammenarbeit von Verein und Kita für eine „wunderbare Sache“, die es in dieser Form bisher noch nicht gegeben habe. Offiziell beginnt die Kooperation der Einrichtungen am 4. März.

Initiiert wurde das Projekt von dem Stadtrat Jürgen Zeeb (Freie Wähler), der selbst Mitglied im Ski-Club ist. Ihm war aufgefallen, dass das Vereinsgelände tagsüber ungenutzt brach liegt. Denn die Mitglieder des Ski-Clubs treffen sich in dem selbst errichteten Vereinsheim mit Almhüttenatmosphäre fast nur abends. „Wenn die Kinder tagsüber auf dem Gelände sind, stellt das für unseren Verein keine Einschränkung dar“, bestätigt der Vorsitzende Mark Jäger. Vereinbart wurde, dass die Kinder die Toiletten benutzen können; das Vereinsheim selbst soll vorerst verschlossen bleiben. Für kleinere Umbaumaßnahmen, das Entfernen alter Spielgeräte, das Erneuern des Zaunes und einige Gartenarbeiten hat das Sportamt den Betrag von 8000 Euro bereitgestellt. Zusätzlich bekommt der Ski-Club vom Sportamt künftig 900 Euro im Jahr als symbolischen Mietbetrag oder für Aufgaben wie Rasenmähen.

Viel Platz zum Toben

Für die Kindergarten-Kinder ist die neue Spielfläche ein Glücksfall, denn die Außenfläche der Kita Pforzheimer Straße ist recht klein. „Auf der Fläche rund um die Skiklause können die Kinder rennen oder Ball spielen, es gibt einen alten Baumbestand und den Lindenbach. Das ist ein Naturerlebnis, wie man es sich nur wünschen kann“, sagt die Jugendamt-Bereichsleiterin Andrea Haizmann. Seitens des Jugendamts sei die Kooperation besonders mit Blick auf das im September eingeführte Konzept der Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) befürwortet worden. Dieses sieht vor, Kindergärten mehr in den Stadtteil hinein zu öffnen und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Naturpädagogische Ansätze stehen ebenfalls im Fokus.

Die Kita Pforzheimer Straße, die das Konzept umsetzt, wird neuerdings extra von einer Naturpädagogin unterstützt. „Da ist das Ski-Club-Gelände ein richtiger Zugewinn“, betont Haizmann. Die Kinder würden das neue Angebot im Freien schon jetzt prima annehmen. Die Sozialpädagogin stellt aber klar, dass durch die hinzugewonnene Fläche keine zusätzlichen Kindergartenplätze geschaffen werden. Lediglich das naturnahe Angebot werde für die bestehenden zwei Gruppen erweitert.

Auch wenn die Nutzungsvereinbarung zunächst nur für ein Jahr unterzeichnet wurde, ist es das erklärte Ziel des Jugendamts, dass die Kooperation langfristig bestehen bleibt. „Wir werden das Pilotprojekt kritisch beobachten. Ende des Sommers wollen wir es auswerten und schauen, wo wir eventuell etwas anpassen müssen“, sagt Haizmann. Sie wolle auch darauf schauen, wie rege der Kindergarten das neue Angebot nutzt. „Vielleicht können noch andere Kitas ins Boot geholt werden.“

 
 
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