Physiotherapie Nicht nur für Sportler: Das Kinesiotape

Von Katrin Tümena 

 Foto: Fotolia
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Bei olympischen Spielen immer wieder zu sehen, die bunten Pflaster auf der Haut diverser Sportler - und mancher Zuschauer fragt sich, warum man gerade Profisportler häufig damit sieht. Auch die Physiotherapeuten des Zentrums für Physiotherapie am Karl-Olga-Krankenhaus wenden das Kinesiotaping regelmäßig an.

Bei Sportlern bereits fest etabliert spielt das Kinesiotape eine wichtige Rolle. Aber auch im Alltag kann das Kinesiotape bei kleineren Entzündungen für jeden hilfreich sein. Die Physiotherapeuten des Zentrums für Physiotherapie am Karl-Olga-Krankenhaus in Stuttgart wenden das Kinesiotaping regelmäßig an, denn das hochelastische, hautfreundliche und atmungsaktive Pflaster und ist eine gute Alternative zu konventionellen Tapeverbänden.

Konventionelle Tapes sind unelastisch, stellen das Gelenk ruhig und durch die starke Kompression kommt es häufig zu einer ungünstigen Behinderung des Lymphabflusses. „Beim Kinesiotape wird die Haut bei jeder Bewegung sanft geliftet und massiert, der Lymph- und Blutfluss wird angeregt. Entzündungen klingen dadurch schneller ab, Druck und Schmerz lassen nach, der Muskeltonus wird reguliert. Das Tape bietet Halt und Schutz, lässt aber Bewegung zu. Schmerzbedingte Schonhaltungen können vermieden werden, ebenso daraus resultierende Verspannungen“ informiert Pia Barbara Braun, Leiterin des Zentrums für Physiotherapie am Karl-Olga-Krankenhaus.

Das Kinesiotape ist luft- und wasserdurchlässig, muss beim Duschen nicht entfernt werden und hält einer erhöhten Schweißbildung bei sportlicher Betätigung stand. Dank seiner hautfreundlichen Eigenschaften kann es bis zu 7 Tage auf der Haut bleiben.

Das Tape ist vielseitig einsetzbar:

  • Bei Gelenksverletzungen des Knie- und Sprunggelenks
  • Bei Beschwerden des Schultergelenks, wie Impingementsyndrom, Instabilität, Arthrose
  • Bei Verspannungen und Rückenschmerzen, wie z.B. HWS-Syndrom, Lumbago, Ischialgie
  • Bei Sehnenbeschwerden und Tendopathien, wie Tennisarm, Sehnenscheidenentzündungen, Achillessehnenreizungen
  • Bei Muskelverletzungen und –beschwerden, wie Zerrungen, Faserrissen, Dysbalancien
  • Bei Lymphabflussstörungen, u.v.m.

Zusätzlich werden Erkenntnisse aus der Farbtherapie genutzt und es werden gezielt farbige Tapes eingesetzt:

  • Blau für Schmerzlinderung, Beruhigung, Detonisierung
  • Rot wirkt anregend, steigert den Stoffwechsel, ist tonisierend und wird bei chronischen Beschwerden angewendet
  • Gelb wirkt beruhigend, harmonisierend, unterstützt das Immunsystem und wird auch bei chronischen Beschwerden der Muskulatur eingesetzt
  • Beige ist neutral und beliebt, da es unauffällig ist und trotzdem die genannten Wirkungen des Kinesiotapes aufweist

Wichtig bleibt, dass trotz einfacher Anwendung das Kinesiotape in die Hände eines geschulten Therapeuten gehört, denn es ist Teil eines therapeutischen Gesamtkonzeptes Die Therapeuten des Zentrums für Physiotherapie am Karl-Olga-Krankenhaus informieren Sie gerne über Anwendungsmöglichkeiten und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

 

Pia Barbara Braun

Leiterin Zentrum für Physiotherapie am Karl-Olga-Krankenhaus