Phänomen der Katzen-Videos Der Miau-Miau-Netz-Wahnsinn

Von Markus Brauer 

Katzen sind die wahren Herrscher der Welt. An ihnen kommt im digitalen Universum niemand vorbei. Nichts wird so oft geklickt, geliked, kommentiert und geteilt wie Cat Content. Doch warum ist das so? Eine Spurensuche.  

Stuttgart - Sie sind flauschig, kratzbürstig, eigensinnig, süß, anschmiegsam, sanft, putzig, lustig und goldig. Sie heißen Frank the Cat, Maru, Lil Bub, Colonel Meow, Hamilton, Nala, Luhu oder Grumpy Cat - und sind die Superstars des virtuellen Universums.

Jeder Katzenbesitzer weiß genau, warum er seine eigene Katze ganz besonders liebt. Doch warum kaum ein anderes Thema das Internet so beherrscht wie Cat Content ist auch dem größten Kitten-Fan ein Rätsel. Neben Selfies sind Funny-Cats-Videos die Säule des Internets. Der neueste Trend aus den USA: Catsies – Katzen-Selfies.

Cat Content - Was ist das?

Der englische Begriff Cat Content bedeutet einfach Katzen-Inhalte. Bilder und Videos mit eingebloggten Zitaten, Fotomontagen und Chatlogs von Stubentigern und frei laufenden Maunzern in jeder nur möglichen Pose, Verkleidung und Aktion sind seit einigen Jahren der absolute Renner in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Tumblr, BuzzFeed, Pinterest, Instagram, Reddit oder WhatsApp. Wenn man bei Youtube das Stichwort „Cat“ eingibt, erhält man mehr als 45 Millionen Treffer, die Kleinkatzen-Variante „Kitten“ bringt es auf fast 5,6 Millionen Videos.

Feline Internetstars: Maru und Grumpy Cat

Die Zahl derer, die sich beispielsweise Clips von Maru - einer 2007 in Japan geborenen Schottischen Faltohrkatze, die Kartons über alles liebt – anschauen, geht in die Multi-Millionen. Auch der Hype um Tardar Sauce, wie Grumpy Cat mit bürgerlichen Namen heißt, lässt sich rational nicht erklären.

Das 2012 im US-Bundesstaat Arizona geborene weiß-schwarz-braune Kätzchen (genaue Rasse: unbekannt) kam behindert auf die Welt. Sie hat einen angeborenen Unterbiss und leidet an genetisch bedingtem felinen Kleinwuchs, was zu ihrem mürrischen Gesichtsausdruck führt.

Inzwischen hat Grumpy Cat allein auf Facebook mehr als sieben Millionen Follower, ist seit 2013 eine eigene Marke und ist Buch- und Filmstar. Der Grumpy-Wahn hat ihre Besitzerin, die Amerikanerin Tabatha Bundesen und Manager Ben Lashes zu Multimillionären gemacht.

Digitale Videos boomen

 

Urs Kind Foto: Hiig

„Cat Content sind Inhalte und Formate, die besonders in der mobilen Nutzung sehr gut funktionieren“, erklärt Urs Kind, Doktorand am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (Hiig). „Der Boom der digitalen Videos ist ungebrochen. Auf den sozialen Plattformen steigen die Klickzahlen stetig an.“

Solche Inhalte ließen sich gut in den täglichen Arbeitsablauf und in die Freizeitgestaltung einbinden und seien intellektuell in keiner Weise herausfordernd. „Gerade Katzen-Videos sind sehr einfache Contents, die jeder versteht und über alle Länder- und Sprachgrenzen hinweg allgemein verständlich sind.“ Viele andere Clip-Arten würden ähnlich funktionieren. „Ein kurzer Gag, den man schnell teilen kann. Diese Art von Humor versteht sofort jeder.“

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Der US-amerikanische Entertainer Bill Cosby kommt wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft habe genügend Beweise für einen Prozess gegen den 78-Jährigen.