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Parkplatz an der Schule Parkgebühren für Lehrer werden verdreifacht

Josef Schunder, vom 21.05.2010 16:50 Uhr
  Foto: Piechowski
Foto: Piechowski

Stuttgart - Die Lehrer der Stuttgarter Schulen, die ihre Autos auf dem Schulgelände parken wollen, werden vom kommenden Schuljahr an kräftig zur Kasse gebeten. Waren an den Schulen in den inneren Stadtbezirken bisher 48 Euro für drei Monate verlangt worden, so müssen die Lehrer künftig 50 Euro in nur einem Monat zahlen - was mehr als eine Verdreifachung bedeutet.

In den Außenbezirken, beschloss der Gemeinderat am Donnerstag, werden statt 48 Euro im Vierteljahr nun 30 Euro im Monat, also 90 Euro im Quartal fällig. Für überdachte Parkplätze wird die Gebühr sogar auf 60 Euro pro Monat (bisher: 65 Euro im Quartal) angehoben. Kurzum: Mit jährlichen Gebühren von bis zu 720 Euro werden jetzt Summen erreicht, für die man beispielsweise eine kurze Städtereise unternehmen könnte. Daher ist sich auch die Stadtverwaltung nicht sicher, dass die Lehrer bereitwillig zahlen. Möglicherweise würden sie verstärkt auf Wohnstraßen ausweichen. Dennoch wurde die Erhöhung beschlossen, die bereits bei den Etatberatungen im Dezember im Grundsatz beschlossen worden war.

Die FDP und die Freien Wähler verweigerten allerdings die Gefolgschaft, denn Gebührenerhöhungen von 300 Prozent seien "ungebührlich", sagte Dr. Heinz Lübbe (FDP). Mehr parkende Autos in Wohnstraßen seien nicht anzustreben, meinte Konrad Zaiß (Freie Wähler). Dagegen urteilte Ulrike Küstler (SÖS/Linke), die Erhöhung falle so kräftig aus, weil man Versäumnisse in der Vergangenheit wettmachen müsse. Ähnlich beurteilten es die Grünen, die bei der Vorberatung im Finanzausschuss auch noch den Verwaltungsvorschlag unterstützt hatten, dass dieselben Gebührensätze auch von Schülern mit Parkberechtigung zu bezahlen sind. Motto: Wenn es zu teuer sei, könne man auch öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Dagegen wurde eingewendet, dass manche Berufsschüler aus etwas abgelegenen Wohnorten vielleicht aufs Auto angewiesen wären. Die Grünen besannen sich daher eines anderen. Auf ihren Antrag hin beschloss der Gemeinderat, dass für Schüler die halben Gebührensätze gelten.

Kommentare (5)
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MAI
29
12:37 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Tschüss Stuttgart...
wird sich da mancher Lehrer sagen und ins Umland an die Schulen gehen. Nirgendwo ist die Flukuation an Lehrerpersonal so hoch wie in Stuttgart - bei solchen günstigen Arbeitsbedingungen, wen wundert's? Kürzlich mit einer Stuttgarter Schulleiterin mich unterhalten. 2/3 des Kollgiums wechseln jedes Schuljahr und nur junge, unerfahrene Lehrkräfte rücken an die Schule nach, die sich nach Verbeamtung dann auch wieder verabschieden. Nachhaltige Schulentwicklung ist so kaum möglich. Keine untypischen Verhältnisse für Stuttgarter Schulen. Tja liebe Gemeinderäte, so bleiben eben nur die schlechten Lehrer, die im Umland keiner will, die dann EURE Kinder unterrichten! Ups, selbst geschadet. Tja dumm gelaufen...
MAI
27
13:34 Uhr, geschrieben von Andreas Strauß
was für ein Gejammer, es trifft ja keine Armen
Wie schlimm, dass die Privilegierten (verbeamtete Lehrer) etwas mehr in die Tasche greifen müssen, sie werden diese peanuts wohl verkraften können. Wenn man bedenkt, dass ein Grundschullehrer in der Besoldungsgruppe A12 bei 2900.-€ anfängt. Dessen Bezüge kaum der Einkommensteuer und der Sozialversicherungsabgabe unterliegen und er zusätzlich noch eine vom Bürger subventionierte PKV obendrauf bekommt.
MAI
27
12:09 Uhr, geschrieben von Herr Lämpel
Lehrerparkplätze
Die Damen und Herren im Gemeinderat tun mir leid, wenn sie gezwungen sind, sich zu überlegen, wem man wo und wie am besten das Geld aus der Tasche holen kann. Jetzt sind es mal wieder die Lehrer. Die können halt wenig gegen solche Regelungen unternehmen. Aber: schon mal überlegt, wie viele Lehrerinnen und auch Lehrer morgens vor dem Unterricht ihre Kinder in Kindergärten oder Schulen wegbringen müssen? Oder wie viele Lehrerinnen und Lehrer Material für ihre lieben Schüler in die Schule mitbringen? Dass diese Lehrer auf den privaten PKW angewiesen sind? Nun, solche Regelungen, wie die hier beschlossene, wird es künftig öfters geben. Hoffentlich erinnern sich manche Parteien vor der nächsten Gemeinderatswahl, warum sie beim letzten Mal plötzlich so viel Stimmen bekommen haben! Denn nicht alle Wähler sind vergesslich.
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