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Paradox Zuerst sich selbst genießen

Sigrun Lutz, vom 13.01.2012 15:45 Uhr
Nach dem Glück forschen ist eine jahrtausendealte Profession und steht gerade wieder hoch im Kurs. Foto: Blickwinkel
Nach dem Glück forschen ist eine jahrtausendealte Profession und steht gerade wieder hoch im Kurs. Foto: Blickwinkel

„Alle Menschen wollen glücklich sein” - das erkannte schon Aristoteles. Die Philosophie beschäftigt sich schon seit Jahrtausenden mit dem Streben nach Glück als Grundbedürfnis. Dass Psychologie, Medizin, Naturwissenschaften nun auch nach dem Glück suchen, das ist jedoch relativ neu. Was aber macht uns glücklich? Was ist Glück überhaupt? Wie entsteht es, und wie kann man es dauerhaft halten? Simone Langendörfer ist „Glücksforscherin” - wahrscheinlich die einzige in Deutschland -, und sie behauptet: „Glückskompetenz ist erlernbar.” Und dabei meint sie nicht die kleinen, flüchtigen Glücksmomente, sondern eine relativ beständige Zufriedenheit. Für sie bedeute Glück „höchste Lebensqualität”. Ein Mensch sei glücklich, wenn er auf das, was er beruflich und privat tue, stolz sein könne.

Simone Langendörfer wird wahrgenommen und füllt einen Raum, egal, ob sie vor einem kleinen Kreis oder in großen Hallen spricht. Locker und mitreißend und ohne biestigen Ernst kann sie eine Stunde lang ohne Manuskript plaudern („Ich rede leidenschaftlich gern”), um ihre Botschaft weiterzugeben: „Jeder Mensch kann sein eigenes Glück managen.” Mit anderen Worten: das eigene Bewusstsein müsse verändert werden, das sei die Voraussetzung für ein besseres und glücklicheres Leben.

Doch Mut zur Veränderung erfordert viel Kraft. Das hat die 48-Jährige, Mutter von zwei Kindern im Alter von 18 und 13 Jahren, an sich selbst erfahren. Vielleicht strahlt sie deshalb heute ihre Philosophie so überzeugend aus, weil sie das beste Beispiel für ihre Theorie zu sein scheint. 15 Jahre lang war Langendörfer Versicherungskauffrau in einem großen Konzern. „Ich habe die ganze Tretmühle durchgemacht, den Druck der Rankinglisten erlebt und erfahren, dass immer mehr der Umsatz statt des Menschen im Mittelpunkt stand. Ich war in eine Sackgasse geraten.”

Und dann hat sie beschlossen, ihr Leben zu ändern. Privat wie beruflich. Es war ein deutlicher Schnitt. Sie ließ sich scheiden und studierte Psychologie, weil sie Menschen helfen wollte, die diese Arbeitswelt ebenfalls krank machte.

Als selbstständige Beraterin trainierte sie Führungspersönlichkeiten und Teams an Universitäten, Forschungsinstituten und in Unternehmen, gab auch psychologische Hilfestellung an Schulen. Die Nachfrage nach ihren Seminaren und Coachings wuchs. Im Nachhinein ist für Langendörfer klar, dass sie mit ihrem Thema bei vielen Menschen einen empfindlichen Nerv traf.

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