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Im Gespräch mit der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken kritisierte der Papst ein Zuviel an katholischen Gremien und Verbänden in Deutschland. „Ehrlicherweise müssen wir doch sagen, dass es bei uns einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist gibt.“ Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt sei eine Krise des Glaubens. Die kritische Laienorganisation „Wir sind Kirche“ erklärte mit Blick auf die ausgebliebenen Reformsignale des Pontifex, für alle Christen sei es nun „Recht und Pflicht, nicht mehr auf weitere Schritte der Kirchenleitung zu hoffen, sondern dem eigenen Gewissen zu folgen“.
Benedikt habe bei seiner Begegnung mit der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland die Chance für einen ökumenischen Fortschritt verspielt. „Besonders schmerzhaft werden viele Katholikinnen und Katholiken es vermissen, dass der Papst keinerlei Hoffnung für neue pastorale Wege zum Beispiel für wiederverheiratete Geschiedene gemacht hat.“ Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zog eine positive Bilanz der Deutschlandreise: „Dem Papst geht es außerordentlich gut. Wir sind etwas erstaunt, wie gut er diese Reise überstanden hat.“ Benedikt genoss seinen letzten Auftritt vor einem so großen Publikum in Freiburg sichtlich.
Vor dem Gottesdienst mit 100.000 Gläubigen drehte er mit dem Papamobil eine große Runde über das gesamte Areal, winkte und segnete Kinder. Viele Menschen hatten sich schon in der Nacht auf den Weg gemacht, einige übernachteten auf dem Gelände. Benedikt zeigte sich zuversichtlich, dass die Kirche in Deutschland die Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft bestehen und der „Sauerteig in der Gesellschaft“ bleiben werde. Alle müssten dafür zusammenarbeiten.