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Benedikt in Freiburg Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist

dpa, vom 25.09.2011 17:44 Uhr
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 Foto: dapd
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Im Gespräch mit der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken kritisierte der Papst ein Zuviel an katholischen Gremien und Verbänden in Deutschland. „Ehrlicherweise müssen wir doch sagen, dass es bei uns einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist gibt.“ Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt sei eine Krise des Glaubens. Die kritische Laienorganisation „Wir sind Kirche“ erklärte mit Blick auf die ausgebliebenen Reformsignale des Pontifex, für alle Christen sei es nun „Recht und Pflicht, nicht mehr auf weitere Schritte der Kirchenleitung zu hoffen, sondern dem eigenen Gewissen zu folgen“.

 

Benedikt habe bei seiner Begegnung mit der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland die Chance für einen ökumenischen Fortschritt verspielt. „Besonders schmerzhaft werden viele Katholikinnen und Katholiken es vermissen, dass der Papst keinerlei Hoffnung für neue pastorale Wege zum Beispiel für wiederverheiratete Geschiedene gemacht hat.“ Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zog eine positive Bilanz der Deutschlandreise: „Dem Papst geht es außerordentlich gut. Wir sind etwas erstaunt, wie gut er diese Reise überstanden hat.“ Benedikt genoss seinen letzten Auftritt vor einem so großen Publikum in Freiburg sichtlich.

Vor dem Gottesdienst mit 100.000 Gläubigen drehte er mit dem Papamobil eine große Runde über das gesamte Areal, winkte und segnete Kinder. Viele Menschen hatten sich schon in der Nacht auf den Weg gemacht, einige übernachteten auf dem Gelände. Benedikt zeigte sich zuversichtlich, dass die Kirche in Deutschland die Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft bestehen und der „Sauerteig in der Gesellschaft“ bleiben werde. Alle müssten dafür zusammenarbeiten.

Kommentare (11)
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SEP
26
09:52 Uhr, geschrieben von ich
Es war schön
Obwohl ich als passionierter Spätaufsteher nicht gern nachts um halb fünf aufstehe, um rechtzeitig nach Freiburg zu kommen...... Es war einfach schön, mit dem Papst die Messe zu feiern. Und die Proteste am Straßenrand waren überraschen ruhig - die Linken mit ihren Transparenten waren offensichtlich auch deshalb sprachlos, weil so viele junge Leute zum Papst gekommen sind.
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SEP
26
09:42 Uhr, geschrieben von Albert Seitzer
Erfolgreiche Abwehr
Herr Ratzinger hat bei seiner Deutschlandmission den Heiligen Geist und die Liebe Jesu erfolgreich abgewehrt. Wenn er sagt, es gebe einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist, könnte man doch deutlicher sagen: "Die deutsche Kirchenorganisation ist fast so erfolgreich wie der Vatikan im Kampf gegen den Heiligen Geist und die Liebe Jesu."
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SEP
25
20:49 Uhr, geschrieben von Hausarzt
Etablierte Mannsbilder
"Etablierte Mannsbilder, die etablierten Mannsbildern die Hand schütteln..." (Bild: Wulff mit Papst). Nein im Ernst: Schade um die Ökumene - Papa Benedetto hat brennende Fragen zur Kirchenreform wieder vornehm umgangen. Auch das brandheiße Thema Mißbrauch in der Kirche wurde alibi-kurz behandelt. Nein: Die Jugend soll nicht "Benedikt treu" sein, sondern treu den ursprünglichen christlichen Werten in Zeiten des Raubtierkapitalismus! Ich wünsche mir von Herzen, daß der Vatikan zukünftig kein absolutistischer Staat mehr ist - zukunftsfähig geht anders. Ich wünsche allen Kirchenkritikern in und außerhalb der Kirchen Mut und Stehvermögen. Lob an MP Kretschmann, der beide Extremhaltungen im Hinblick auf den Papstbesuch klug mäßigte.
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