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Panoramafotos Die Stadt der vielen kleinen Planeten

Carolin Stihler, vom 17.10.2011 04:00 Uhr
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Planet Markplatz: Klicken Sie sich durch weitere Stuttgarter Himmelskörper von Jan Engelhardt. Foto: Engelhardt
Planet Markplatz: Klicken Sie sich durch weitere Stuttgarter Himmelskörper von Jan Engelhardt. Foto: Engelhardt
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Stuttgart - Der Stuttgarter Jan Engelhardt stellt die Sehgewohnheiten mit seinen Kunstwerken auf den Kopf und erschafft mit seinen Panoramafotografien und einem Computerprogramm kleine Planeten - die "small planets". Alltägliche Motive werden durch ungewöhnliche Perspektiven zu Hinguckern.

Sie sehen aus wie Schneekugeln, Fellknäuel oder Betonbälle, aus denen Häuser und Bäume herauswachsen. Aus Landschaften, Horizonten, Gebäuden oder Zügen werden kleine Planeten - "small planets" wie sie ihr Schöpfer Jan Engelhardt nennt. Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter meist alltägliche Motive - wie beispielsweise den Stuttgarter Fernsehturm, der wie eine Mondsichel über dem Planeten schwebt, oder den Pragtunnel, dessen Fluchtweg plötzlich ins Auge sticht. Durch die ungewöhnliche Rundum-Perspektive entstehen neue Welten, die sonst nie ins Auge gefallen wären.

Was als Planet funktioniert

"Mein Lieblingsplanet ist der des Stuttgarter Marktplatzes", sagt Fotograf Jan Engelhardt. Dieses Motiv habe sich eher zufällig ergeben, als er auf der Suche nach neuen Planeten durch die Stadt streifte. "Bis zu diesem Zeitpunkt fand ich den Marktplatz immer unspektakulär", sagt der Fotograf. Doch der Platz mit den verschiedenfarbigen Häusern und dem herausragenden Rathaus bekomme als Planet eine ganz eigene Dynamik, findet Engelhardt.

Seit zwei Jahren entstehen aus seinen Aufnahmen "small planets". Geeignet sind oft banale, alltägliche Motive. "Ich habe bei einem Urlaub in Holland wunderschöne Landschaftsfotos geschossen, die aber als Planeten völlig langweilig waren", sagt Engelhardt. Die Enttäuschung, dass sich ein Motiv letztendlich nicht eignet, gehörte anfangs zu seiner Arbeit dazu. Inzwischen hat er jedoch einen geschulten Blick dafür entwickelt, was als Planet funktionieren wird und was nicht. Einen Plan davon, wie das Bild aber am Ende aussehen wird, hat Engelhardt nicht, wenn er seine Fotos schießt.

Der studierte Informatiker macht kein Geheimnis daraus, wie seine Kunstwerke entstehen. Er fotografiert mit einer normalen Spiegelreflex-Digitalkamera einmal im Kreis aus 38 Blickwinkeln. Für jeden fertigen Planeten sind insgesamt 114 Bilder nötig. Pro Blickwinkel schießt er ein korrekt, ein über- und ein unterbelichtetes Foto. Diese Taktik ist nötig, da sich die Belichtungsverhältnisse verändern, während sich Engelhardts Kamera auf dem Stativ dreht.

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