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"Anfangs hatte ich einfach mit rechteckigen Panoramabildern experimentiert", sagt Engelhardt. Doch Bilder aneinanderzureihen reichte ihm nach drei Jahren nicht mehr. Eher zufällig stieß er im Internet auf ein Programm, das ursprünglich für die Kartografie verwendet wird. Ihm gefiel die Idee, Panoramafotografie auf verhältnismäßig wenig Platz unterzubringen und so eine Gesamtheit abzubilden, die man sonst nie sehen würde.
Nach der Bearbeitung durch das Programm, das die verschiedenen Schnittpunkte aneinander legt und sie zu der runden Optik verdreht, folgt die Retusche. Da das Stativ auf allen Bildern zu sehen ist, muss es aus den Bildern entfernt werden. Sonst belässt er die fotografierten Szenen aber meist so, wie er sie vorgefunden hat. Weder arrangiert er die Szenen, noch schönt er sie, indem er Ungewöhnliches wegretuschiert. "Manchmal liegt Müll auf den Straßen, Gebäude werden gerade saniert, und ein Kran ragt am Horizont hervor", sagt Engelhardt. Diese Momentaufnahmen würde er eher als Zeitzeugnis denn als störend empfinden.
Spektrum auf Innenaufnahmen erweitert
Zum Schluss kommt die Fotodesign-Arbeit, bei der künstlerische Freiheit gefragt ist. Während die Planeten der ersten Stunde meist von einem neutralen Himmel umgeben waren, spielt Engelhardt inzwischen gerne mit Wolken und Sonne und zeichnet den Himmel in dramatischen Farben.
Das Planeten-Thema hält Engelhardt selbst jedoch nicht für das Besondere an seinen Bildern. Dies sei nur der "Eyecatcher, durch den man auf die Bilder aufmerksam wird". Doch auf den zweiten Blick würden die Betrachter anfangen, auf den Bildern nach Details zu suchen, und beispielsweise Personen, Flugzeuge oder Müll erkennen. Durch die hohe Auflösung der Aufnahmen sind kleinste Details noch gut zu erkennen, und auch Bilder auf ein mal einen Meter bleiben bis in den Randbereich scharf.
Neben den "small planets" entwickelt der Künstler aus den gleichen Aufnahmen "iPlanets", wie er sie nennt. Diese Bilder haben nicht den Boden als Zentrum, sondern den Himmel. So wirkt der "iPlanet" wie ein Tunnel, durch den der Betrachter in den Himmel blickt. "Ich mache immer beide Varianten von einem Motiv", sagt Engelhardt. Kunden würden sich gerne die "small planets" und "iPlanet" nebeneinander an die Wand hängen. Doch nicht immer funktionieren beide Varianten, sagt der Künstler.
Inzwischen hat er 500 "small planets" geschaffen, zusammen mit den "iPlanets" sind es 800 Bilder. Etwa 80 davon zeigen Stuttgarter Motive. Sein Spektrum hat Engelhardt nun auch auf Innenaufnahmen erweitert. Die Technik bleibt zwar dieselbe, aber das Thema Planet ist nicht mehr zu erkennen, da der Himmel als Rahmen fehlt. "Diese Aufnahmen haben ihren ganz eigenen Charme", sagt Engelhardt. Durch neue Motivideen werden ihm seine Planeten nie langweilig, auch wenn er manchmal bedauert, dass er inzwischen nicht mehr überrascht ist, wenn einer seiner neuen Planeten das Licht der Welt erblickt.
Bis Ende Oktober ist die erste Ausstellung "small planets" von Jan Engelhardt in der Galerie Die Apotheke, Hohenzollernplatz 1, in Ludwigsburg zu sehen.
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