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Offener Brief zu S21 Rommel wirbt um mehr Akzeptanz

the, vom 24.08.2010 15:49 Uhr
Alt-OB Manfred Rommel zeigt sich von den heftigen Protesten gegen S 21 überrascht. Foto: dpa
Alt-OB Manfred Rommel zeigt sich von den heftigen Protesten gegen S 21 überrascht. Foto: dpa

Stuttgart - Der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel hat sich in einem offenen Brief an die Bürger der Landeshauptstadt gewandt. Darin wünscht er sich mehr Akzeptanz für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21: "Ich bitte Sie, den Blick nach vorne zu richten und sich in die sich mit Stuttgart 21 bietenden Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt einzubringen."

In dem Brief, der vom Kommunikationsbüro für das Bahnprojekt am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigt sich Rommel überrascht über die Heftigkeit, mit der die Gegner gegen das Projekt protestieren: "Eigentlich habe ich gedacht, dass Stuttgart 21 im Ganzen freundlich begrüßt wird."

Der Brief von Manfred Rommel im Wortlaut:

Liebe Stuttgarterinnen und Stuttgarter!

In der Bundesrepublik Deutschland reibt man sich verwundert die Augen über die Erregung so vieler Stuttgarter anlässlich der Konzeption Stuttgart 21. Auch ich bin überrascht über die Kritik. Eigentlich habe ich gedacht, dass Stuttgart 21 im Ganzen freundlich begrüßt wird.

Es war keine Kleinigkeit, eine Lösung zu erreichen, die die Unterquerung Stuttgarts vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen und die Überwindung der Schwäbischen Alb ermöglicht. Über das Projekt wurde und wird intensiv diskutiert und debattiert. Verschiedenste Varianten wurden 20 Jahre geprüft und verworfen. Ich bin froh, dass am Ende aller oft langwierigen Rechts- und Gerichtsverfahren, das verkehrspolitische und städtebaulich richtige Konzept bestätigt worden ist. Wir sollten dies alle akzeptieren!

Die neuen Hochgeschwindigkeitszüge werden im Stuttgarter Hauptbahnhof halten und die Verkehrsverbindung zu ganz Europa deutlich verbessern. Die Verwirklichung dieses nach meiner Meinung in vieler Hinsicht unverzichtbaren Projekts wird den Standort Stuttgart in Baden-Württemberg und in Europa sicher nachhaltig stärken. Die Wirtschaftskraft und der Arbeitsmarkt der Stadt, der Region und Baden-Württembergs werden davon profitieren.

Auch wenn ich die Einweihung altershalber nicht mehr erleben werde, fühle ich mich verpflichtet, nochmals darauf aufmerksam zu machen, dass diese einmalige Chance einer grundlegenden Verbesserung des Schienenverkehrs und der Wirtschaftsstruktur nicht in den Wind geschlagen wird.

Ich bitte Sie, den Blick nach vorne zu richten und sich in die sich mit Stuttgart 21 bietenden Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt einzubringen.

Ihr

Manfred Rommel

Kommentare (61)
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AUG
27
14:11 Uhr, geschrieben von Jemand
Unverzichtbar?
1.Das muss sich jeder erst durch den Kopf gehen lassen..... Kann man S21 als unverzichtbar bezeichnen? 2.Darf jetzt jeder mit bekanntem Namen seine "Verwunderung" aussprechen? 3.Gibt es auch negative Meinungen Prominenter zum Thema S21?
AUG
26
20:32 Uhr, geschrieben von GerdM
Rommel wirbt
Danke, Herr Rommel, das musste gesagt werden. Ach gäb´s nur mehr, denen der Herr schon Hirn ragschmissa hat. Die, die jetzt, Jahre nach demokratischen Entscheidungen, vor dem Hauptbahnhof,auf öffentlichen Straßen und im Weindorf nur noch Krach machen und diejengen, die bei dem Entscheidungsprozess unterlegen sind , jetzt aber weiterköcheln, die wurden beim Hirnraschmeissa leider icht getroffen.
AUG
25
15:12 Uhr, geschrieben von H. Meier
Untergrundfragen.
Lieber Herr Rommel. Ich habe noch zwei Fragen. Beim Bau der S-Bahn hat sich das Gebäude der Oberpostdirektion gesenkt. Es mußten über 1000 Menschen evakuiert werden, da alle Türen blockiert waren. Das Gebäude wurde meines Wissens neu erbaut. Wurde Ihnen als damaliger OB das Ergebnis der Gutachten mitgeteilt? Als alter Stuttgarter wissen sie ja, wie wichtig für unsere Stadt die Mineralwasser sind. Das wasserführende Gestein läuft in etwa 50 Meter Tiefe unter dem Bahnhof durch. Mehrere Experten haben Bedenken, daß der Quer zur Talrichtung gebaute unterirdische Betonkasten hier Einfluß auf das gesamte Grund- und Mineralwasser System nimmt. Der Nesenbach wird tiefer gelegt und am Ende wieder höher gepumpt. Was geschieht bei Starkregen, wenn die Kessellage den Nesenbach stark belastet? Lieber Herr Rommel, können Sie sich Stuttgart ohne Mineralwasser vorstellen?
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