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Ökotourismus Malaysia: Im Tropenreich der Rotrücken-Adler

Wolfgang Molitor aus Langkawi, vom 21.01.2012 06:45 Uhr
Selamat Datang! Willkommen! Ein faszinierendes Naturschauspiel am Himmel begleitet das Fischerboot und empfängt die Besucher in Langkawi mit einem einzigartigem Panorama. Foto: SoAk
Selamat Datang! Willkommen! Ein faszinierendes Naturschauspiel am Himmel begleitet das Fischerboot und empfängt die Besucher in Langkawi mit einem einzigartigem Panorama. Foto: SoAk

Langkawi - Maidan Bin Rashid ist Ranger, kein Redner. „Nennt mich Dian“, sagt unser Freund der knappen Worte. Je länger der Weg durch den Regenwald wird, desto kürzer werden seine Hinweise. Ja, mit dem Harz kann man prima Fugen von Booten und Hütten abdichten. Ja, die weiße Paste, die nach einem kurzen Schnitt mit dem Buschmesser aus einer Kautschukbaumwurzel quillt, sieht aus und klebt wie Kaugummi. Ja, das Wasser ist sauber, und aus Rattan kann man viele Dinge bauen. Das hat man sich schon so gedacht.

Mit langen Schritten führt Dian durch den Penang-Nationalpark. Sein schulterlanges graues Haar umspielt sein tiefbraunes Gesicht. Dschungle-Trekking? Na ja, mehr Natural Walk. Es geht recht bequem über kleine Brücken, steinerne Stufen und gut markierte Wege – auch wenn einem das Hemd schnell am Leibe klebt. Am Affenstrand gibt’s keine Affen. Am Kerachut-Strand strampeln in der Nähe eines Zeltplatzes eine Woche junge Olive-Ridley-Schildkrötenbabys handtellergroß in einem Bassin. Immerhin.

Der 2003 eröffnete Penang-Nationalpark im Nordosten ist mit seinen rund 2,5 Hektar der jüngste und kleinste Malaysias. 44 Reptilien- und 163 Vogelarten, über 1000 verschiedene Pflanzen. Fleischfressende auch. Das ist interessant, sagt Dian. Die schwüle Hitze ist trotz 90 Prozent Luftfeuchtigkeit erträglich. Traumhafte Sandstrände locken zum Baden, doch Achtung: Auf Penang sollte man nicht unbedingt ins Meerwasser springen. Denn sauber ist das nicht. Schilder warnen überall: Vorsicht, Quallen!

Dennoch: Malaysia macht auf Ökotourismus. Die Mangroven- und Regenwälder ließen schon vor 100 Jahren den Briten Sir Hugh Cliffort schwärmen: „Diese Wälder gehören zu den wundervollen Dingen der Erde. Ihre Ausdehnung ist immens, und die Bäume, die sie bilden, wachsen so dicht beisammen, dass sie sich gegenseitig bedrängen und überlagern.“ Die üppige Natur ist Malaysias Tourismus-Pfund. Und damit wird gewuchert – wenn auch manche Beobachter behaupten, mehr aus Geschäftssinn als aus Überzeugung.

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