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OB Wolfgang Schuster Mit SPD-Plänen ist DaVinci "so nicht umzusetzen"

Michael Deufel, vom 29.03.2011 13:05 Uhr
 Foto: Kraufmann
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Stuttgart - Grün-Rot statt Schwarz-Gelb - die Ursachen dafür finden sich auch in Stuttgarter Themen. Dass in seiner Stadt nichts bleibt, wie es war, glaubt Oberbürgermeister Wolfgang Schuster dennoch nicht.

Herr Oberbürgermeister, der Regierungswechsel in Baden-Württemberg hat womöglich gravierende Auswirkungen auf wichtige, die Stadt betreffende Zukunftsfragen. Sehen Sie das Bahnprojekt Stuttgart 21 in Gefahr?

Weder Land noch Stadt sind Bauherren. Stuttgart 21 ist seit einem Jahr im Bau, die Bahn hat Baurecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bahn nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg das Projekt aufgibt.

Die SPD, die laut offizieller Parteilinie das Projekt eigentlich mitträgt, strebt einen Volksentscheid an.

Ich gehe davon aus, dass die künftige baden-württembergische Landesregierung ähnlich wie in Bayern Volksentscheide für große Landesaufgaben per Gesetz zulassen will. Bei Stuttgart 21 könnte ein solches Gesetz dann erstmals zur Anwendung kommen.

Mit welchem Ergebnis?

Ich rechne mit einer deutlichen Mehrheit im Land für Stuttgart 21.

Das Land und das Handelshaus Breuninger betreiben am Karlsplatz ein anderes Großprojekt, mit Büros für Ministerien, einem Hotel und Einzelhandel. Steht das Projekt Da Vinci auf der Kippe?

Wenn die neue Landesregierung aufgreift, was die SPD in ihrem Wahlprogramm niedergeschrieben hat, wird das Projekt so nicht umzusetzen sein.

Bisher sind 47.000 bis 49.000 Quadratmeter Nutzfläche erlaubt. Wie weit müsste die Zahl nach unten korrigiert werden?

Sollte es im ehemaligen Hotel Silber wie von der SPD gefordert ein Dokumentationszentrum zur NS-Vergangenheit geben, braucht es ein neues Raumkonzept und damit einen neuen Bebauungsplan.

Der scheidende Ministerpräsident Stefan Mappus hatte Ihre mögliche Kandidatur bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl infrage gestellt. Ihr größter Kritiker wird in der Frage nun nicht mehr mitentscheiden.

Andere haben sein Verhalten bewertet. Ich muss das jetzt nicht mehr tun.

Sie wirken entspannt. Bestärkt Sie die Abwahl Ihres Parteifreunds darin, 2012 erneut bei der OB-Wahl anzutreten?

Der Stuttgarter Oberbürgermeister wird von den Stuttgartern gewählt und nicht vom Parteivorsitzenden. Das ist gut so, und das wird auch so bleiben.

Kommentare (4)
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MRZ
30
14:57 Uhr, geschrieben von Heidi Lenz
Stuttgart 21
Die Stadt Stuttgart ist nicht Bauherr. Dann frage ich Herrn Schuster wieso sich die Stadt dann mit mehreren Millionen an dem Projekt beteiligt? Umbau der S-Bahnstationen, Schulen müssen verlegt werden, Minderalbäder gekauft usw. ca. 50 Millionen. Jetzt will sich die Stadt auch noch für 4 Millionen an einem neuen Busbahnhof beim Flughafen beteiligen. Der alte Busbahnhof am Stuttgarter Bahnhof (Südausgang) mußte weg wegen S 21. Die Stadt verschuldet sich auf Jahrzehnte wegen diesem Unsinnsprojekt. Ist ihm das eigentlich klar, oder wird das unter den Teppich gekehrt wie so vieles.
MRZ
29
23:00 Uhr, geschrieben von Ex-Baden-Württemberger
Wieso geht doch?
Ging auch schon früher. Nur eben nicht in der Form, wie es gweünscht wurde um das erhoffte Ergebnis zu garantieren. Schuster sagt, daß es Volksentscheide nach bayerischem Vorbild geben wird. Warum auch nicht? Das hat nichts damit zu tun, daß es keine Entscheidungen geben kann und darf über Themen, die das Budgetrecht des Parlamentes aushebeln und keine darüber, ob bestehendes Recht gebrochen werden soll. Auch werden die verfassungsrechtlichen Hürden nicht ausgehebelt werden können und das ist auch gut so. Stuttgart 21 ist ein Bundesprojekt über das es keine Abstimmung in einem einzelnen Land geben kann und wird. Sollte es dennoch durchgezogen werden und versucht werden, das gewünschte Ergebnis durch Verbiegen der Verfassung hinzubiegen, wird spätestens das BVerfG in Karlsruhe dem einen Riegel vorschieben. Und wem ist dann damit gedient? Dem Land bestimmt nicht, denn es hätte Unsummen an Geld für einen verfassungswidrigen Volksentscheid verpulvert. Insofern ist das nur Augenwischerei der SPD und der Grünen, welches Ihnen im Wahlkampf gute Stimmen eingebracht hat, mehr aber auch nicht.
MRZ
29
19:06 Uhr, geschrieben von jürgen
volksentscheid
o heilige einfalt! man muß das gesetz ändern, nur dann ist ein volksentscheid möglich. heißt also: vorher nicht.
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