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OB Till ist Vater Göppinger Rathaus hat eine Kinderstube

Gerhard Schertler, vom 20.02.2012 13:16 Uhr
Wird als frisch gebackender Vater in der neu geschaffenen Kinderstube des Göppinger Rathaus vielleicht bald selbst vorbeischauen: OB Guido Till Foto: Stadt Göppingen
Wird als frisch gebackender Vater in der neu geschaffenen Kinderstube des Göppinger Rathaus vielleicht bald selbst vorbeischauen: OB Guido Till Foto: Stadt Göppingen
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Stuttgart - „Mein Babysitter ist ausgefallen. Ich kann heute leider nicht zur Arbeit kommen.“ Solche Anrufe wird es in Zukunft im Göppinger Rathaus seltener geben. Um solchen Störungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegenzuwirken, hat die Stadtverwaltung jetzt im Rathaus ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet. Ein Teil des Raums sieht aus wie eine normale Kinderstube, der andere wie ein Büro. Für die Kinder gibt’s Spielsachen für verschiedene Altersstufen und einen Laufstall. In der anderen Ecke steht der Schreibtisch mit dem Computer, Drucker und diversen Büromaterialien.

Oberbürgermeister Guido Till und Bürgermeisterin Gabriele Zull betonen in diesem Zusammenhang, dass das neu eingerichtete Zimmer nicht als Dauerlösung für die Kinderbetreuung gedacht ist. Aber man könne damit Engpässe bei der Betreuung, wie sie in der Vergangenheit immer wieder überraschend aufgetreten sind, lösen.

Oberbürgermeister im Eltern-Kind-Zimmer

Die Verwaltungsspitze sieht in dem Eltern-Kind-Zimmer eine weitere Stufe, im Göppinger Rathaus die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und weiterzuentwickeln. Bei der Verwaltung sind bereits Arbeitszeiten eingeführt, die sich an den Öffnungszeiten der Göppinger Kindertagesstätten orientieren. Zudem gibt es eine Teilzeit-Ausbildungsstelle und die Möglichkeit, per Telearbeit den Rathausjob vom eigenen Wohnzimmer aus zu erledigen. Während solche Angebote mittlerweile in vielen öffentlichen Verwaltungen anzutreffen sind, sehen Till und Zull in der Rathaus-Kinderstube einen innovativen Ansatz, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu fördern.

Im Göppinger Rathaus könnte neuerdings sogar der Fall eintreten, dass man den Oberbürgermeister im Eltern-Kind-Zimmer antrifft, denn Guido Till ist wenige Tage vor seinem 57. Geburtstag zum ersten Mal Vater geworden. Seine Frau, Heike Hildebrandt, brachte einen Jungen zur Welt. Das Baby war bei der Geburt 4030 Gramm schwer und 54 Zentimeter groß und hört auf den Namen Aaron. Als zweiten Vornamen haben sich die Eltern den Nachnamen des Vaters ausgesucht: Till. Mit Nachnamen heißt der Kleine wie seine Mutter: Hildebrandt.

Der Göppinger Oberbürgermeister und seine 22 Jahre jüngere Frau haben im vergangenen November geheiratet. In den nächsten Tagen und Wochen ist Guido Till nur sporadisch im Rathaus anzutreffen. Seine Aufmerksamkeit gehört in erster Linie Mutter und Kind. Von langer Dauer wird die Auszeit vom Amt allerdings nicht sein: Im Oktober stellt sich Till den Göppingern für eine zweite Amtszeit als Oberbürgermeister zur Wahl. Da heißt es vorher Wahlkampf machen.

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