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OB Schuster Erhebliche Informationsdefizite bei den Bürgern

Michael Isenberg, vom 12.08.2010 18:00 Uhr
Wolfgang Schuster Foto: Kraufmann
Wolfgang Schuster Foto: Kraufmann

Was sollten Bürger, die das Bahnprojekt ablehnen, denn Ihrer Meinung nach tun?

Wir benötigen in Stuttgart bald einen konstruktiven Dialog darüber, wie wir die Freiräume, die Stuttgart21 schafft, in Zukunft sinnvoll gestalten wollen. Zu diesem Dialog lade ich auch die heutigen Kritiker von Stuttgart21 ausdrücklich und gerne ein. Hier kann jeder Verantwortung übernehmen für seine Stadt.

Vielen Verantwortlichen von Bahn, Land und Stadt scheint die Protestwelle die Sprache verschlagen zu haben. Oder wartet man nur, bis der Protest an Schwung verliert? Dass sich das Problem gewissermaßen selbst erledigt?

Ich nehme an, dass es nach wie vor erhebliche Informationsdefizite bei vielen Bürgern gibt. Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) und ich haben zwar unendlich viele Stunden und Abende investiert, um die Bürgerschaft zu informieren. Die jahrelangen Verzögerungen des Projekts waren damals noch nicht absehbar. Inzwischen ist beim Bürger wieder viel Wissen und Interesse verloren gegangen. Das müssen wir jetzt erst wieder mühsam aufholen.

Sie meinen, wenn die Bürger mehr Bescheid wissen, sind sie für Stuttgart 21?

Die Verbesserungen für den regionalen Schienenverkehr, bessere ICE-Verbindungen und die Einbindung in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz und vor allem die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten machen Stuttgart21 zu einem herausragenden ökologischen Projekt. Stuttgart21 ist und bleibt für uns eine großartige Chance, gerade mit Blick auf unsere Kinder und Enkelkinder.

Zurück zu den Demonstrationen: Befürchten Sie, dass der Protest eskalieren könnte?

Nein, diese Sorge habe ich nicht. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass diejenigen, die den Protest organisieren, kein Interesse an einer Eskalation haben. Bisher haben sich die Demonstranten und die Polizei sehr besonnen verhalten. Das freut mich.

Sehen Sie noch eine Möglichkeit, den Protesten der Bürger in irgendeiner Form konkret Rechnung zu tragen? Oder heißt es jetzt: Augen zu und durch?

Ich bin immer gesprächsbereit. Aber es macht nun Mal keinen Sinn, nochmals über Entscheidungen zu diskutieren, die bereits getroffen wurden und mitten in der Umsetzung stehen. Eine ehrliche Diskussion kann nur auf der Grundlage geführt werden, dass die Bahn Stuttgart21 baut. Alles andere wäre meiner Ansicht nach unehrlich oder Augenwischerei.

Haben Sie in den letzten Wochen einmal Zweifel gehabt an ihrer persönlichen politischen Entscheidung für Stuttgart 21?

Nein. Ich hätte mir allerdings nie träumen lassen, wie viel Ärger mir das Projekt einbringen würde. Stuttgart21 stößt heute nicht überall Gegenliebe. Aber das kann kein Kriterium sein. Das Kriterium für die Landeshauptstadt lautet: Stuttgart21 ist langfristig notwendig und gut, und dazu gibt es keine Alternative. Davon bin ich nach wie vor hundertprozentig überzeugt.

 

Kommentare (158)
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AUG
25
14:45 Uhr, geschrieben von Didi
Moratorium ist für mich nicht denkbar
Für OB Schuster ist so manches nicht denkbar,z.B. dass man hätte die Bürger über so ein größenwahnsinniges Projekt incl. Science-fiction-Bahnhof abstimmen lassen. Dann wäre dies demokratisch legitimiert und nicht von einigen Gemeinderäten und ein paar bestochene Gerichte, die jeden Einwand der Gegner niederschmetterten.
AUG
19
17:27 Uhr, geschrieben von Andreas Rommel
Finden Sie, ein sogenanntes Spitzengespräch würde etwas bringen?
Was für eine Frage - so ist sie m.E. nicht zu beantworten! Bei einem Spitzengespräch sitzen sich Vertreter von K21 und S21 gegenüber! Das ist es was zuerst einmal Sinn macht! Wie es dann weiter geht und was es bringt wird man sehen! Wichtige Faktorn danach wären m.E. eine überparteiliche/neutrale Berichterstattung und die Gespräche müssten sehr transparent verlaufen. MfG A.Rommel
AUG
18
13:03 Uhr, geschrieben von Opa Kolja
Selbstbeschränkung
@ Losgehts Ja so hätten es die famosen,lobbyistenhörigen Regieungspolitiker plus Ihnen wohl gerne. Die Bürger nach dem Motto "Wir WISSEn ALLEINE was gut für Euch ist",an der Grenze zur Korruption "durchzuregieren". Je mehr man sich, mit den im Wochenrythmus zutagetretenden Sauereien um S-21 beschäftigt,muss man im Gegenteil sagen:"Die können und dürfen das soo nicht weiter durchziehen." Als in der Sache informierter Bahnfahrer und Steuerzahler lasse ich so nicht mehr mit mir umspringen.Und die Informierten,die so denken werden täglich mehr. Sie dürfen natürlich weiter blauäugig den Sprüchen von Drexler und Co vertrauen; Zukunft ,Fortschritt usw.,zu einem Kellerbahnhof der lt.sma-Gutachten "eingeschränkt funktionsfähig",ein neues Nadelöhr, und weniger leistungsfähig als der noch nicht modernisierte,alte Kopfbahnhof sein wird.Von der Kostenlüge mal ganz zu schweigen. Wir lassen uns deshalb nicht weiter veräppeln und stoppen noch das desaströse Wahnsinnsprojekt der S-21 Profitöre.
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