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OB Palmer "Einigkeit über Fakten wäre schon Erfolg"

Josef Schunder, vom 30.08.2010 14:55 Uhr
 Foto: dpa
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Stuttgart - Der vom Bahn-Chef angebotene Runde Tisch zum umstrittenen Tiefbahnhof-Projekt wird nach Auffassung des Grünen-Politikers Boris Palmer noch keine Wende bringen. Das Gespräch könne aber Klarheit über die Kosten des Ausstiegs schaffen. Noch sei das Projekt aufzuhalten, sagt Palmer im Interview.

Herr Palmer, Ihr Vorschlag eines Friedensgipfels in Verbindung mit einem Moratorium beim Tiefbahnhofbau wurde abgelehnt. Jetzt hat der Bahn-Chef den Weg für ein Spitzengespräch ohne Moratorium frei gemacht - und Sie nehmen trotzdem daran teil?

Ich freue mich, dass die Einsicht in die Notwendigkeit von Gesprächen eingekehrt ist. Ob ich daran teilnehme, ist offen. Die Bewegung ist sehr breit, sie muss selbst bestimmen, wer für sie sprechen kann. Das dürfen nicht nur Grüne sein.

Sie wollen von Ihren Bündnisgenossen und Herrn Grube doch nur gebeten werden.

Nein, ich bin jetzt zwei Monate in Elternzeit in Brüssel bei meiner Frau und komme gut ohne Stuttgart 21 aus.

Was ist überhaupt zu gewinnen? Die Projektträger und die Bauherrin erklären ständig, das Projekt sei unumkehrbar. Grube will es unbedingt realisieren. Das, was viele Bürger wollen, die Beendigung, ist völlig unmöglich.

Verzeihung, das ist Ihr Tunnelblick. Das Projekt kann sofort einvernehmlich beendet werden. Kein Vertragspartner ist privat. Sogar der Atomausstieg ist offenbar umkehrbar, wenn man nur will.

Wer soll das Ende besiegeln? Grube ist weit von dieser Absicht entfernt.

Ein Anruf des Ministerpräsidenten bei der Kanzlerin, dass man es sich überlegt hat und das Projekt nicht mehr will, reicht aus. Die Sache wird allein im Land entschieden.

Rechnen Sie damit, dass dieser Anruf nach dem Spitzengespräch getätigt wird?

Das wäre naiv. Wenn im Gespräch geklärt wird, welche Fakten unstrittig sind und wo Klärungsbedarf besteht, wäre schon viel erreicht - auch für den Frieden in der Stadt.

Kommentare (40)
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SEP
01
09:25 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Repräsentative Umfragen statt Rechnereien: Die große Mehrheit ist gegen S21.
Ich habe auch was gegen Möchtegernstatistiken und den Versuch, die Wahlen, bei denen es um viele Theman ging, mit einer Zustimmung oder Ablehnung zu S21 gleichzusetzen. Wenn man wissen möchte, wie die Leute zu S21 stehen, dann muss man sie auch zu S21 befragen. Und zwar repräsentativ. Und das wurde gemacht. Hier die Mehrheiten: +++++ Repräsentative Umfragen in Stadt und Land: +++++ Bürgerumfrage Stadt Stuttgart 2009: 49% gegen S21, 30 % für S21. +++++ Stuttgarter Nachrichten 11/2008: 64 % gegen S21. +++++ SWR 6/2009: 54 % gegen S21, 38 % für S21. +++++ Emnid 2009: 58 % gegen S21, 38 % für S21. +++++ Neueste annähernd repräsentative Umfrage durch MM Research 08/2010 in Stuttgart und der Region: 55% gegen S21, 28 % für S21. +++++
SEP
01
08:50 Uhr, geschrieben von Kellerkind
Kosten
Lieber aufgeklärter, für K21 müsste die komplette Strecke zwischen Stuttgart und Cannstatt saniert werden (entspricht von den Gleisen her einem Neubau). Außerdem würde ein Teil der Tunnel von S21 auch gebaut - eigentlich alle bis auf den 10km langen Fildertunnel, dafür gäbe es bei K21 dann einen 9,5km langen Tunnel im Neckartal plus die Gäubahntrasse, plus Ausbau im Neckartal mit extremen Überführungsbauwerken. Dieses Papier vermittelt einen ersten Eindruck: http://content.stuttgarter-nachrichten.de/media_fast/626/080415_StN_Forum_S21_Publikationsfassung.pdf Diese hier lässt nochmals tiefer blicken: http://www.das-neue-herz-europas.de/de-DE/download/201006_PraesentationBahnprojektStuttgart-Ulm_WD.pdf
AUG
31
20:51 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
@petersen und @tatsachen
K21 oder S21 ist mir egal. Was mir stinkt sind "Möchtegernstatistiker"!!! Bin nämlich einer mit Dipl. Klar kann man Wahlbeteiligung multiplizieren mit Zustimmungsquote, was nur ca. 33% Zustimmungsquote ergibt. Der Rest ist aber nicht automatisch gegen S21. Beim Roulette gibt es neben Schwarz und Rot auch die NULL! Korrekt wäre die Aussage: VON ALLEN, DIE DAMALS ZUR WAHL DEN ARSCH HOCHBEKOMMEN HABEN, STIMMTE DIE MEHRHEIT FÜR S21 (bzw. die entsprechenden Parteien)! Jetzt mach ich mir keine Freunde, aber die damaligen Nichtwähler sind heute einfach zu spät dran sind - aber so ist es nun einmal... Schönen Abend noch!
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