Wenn am 25. Juli die Tour de Natur wieder dazu animiert, sich aufs Fahrrad zu schwingen, sollen möglichst viele Leonberger Radler schon möglichst viele Kilometer hinter sich haben. Das jedenfalls hoffen Hildrun Schlicke und Inge Henke-Messerschmitt von der Lokalen Agenda. Denn auf deren Betreiben hat sich Leonberg beim "Stadtradeln" angemeldet. Ziel dieses Wettbewerbs für den Klimaschutz ist es, dass in den drei Wochen zwischen dem 5. und 25. Juli viele, viele Fahrradkilometer erradelt werden - und tonnenweise CO2 eingespart wird.
Stadtradeln ist eine Aktion des europäischen Städtenetzwerks "Klima-Bündnis", das dem Radverkehr in den Städten den Rücken stärken soll. An die 40 Kommunen haben sich dieses Jahr bereits angemeldet. Vergangenes Jahr hatten es 6000 Radler auf zusammen 1,2 Millionen Kilometer gebracht und der Umwelt auf diese Weise knapp 173 Tonnen CO2 erspart. Den Initiatoren geht es aber nicht nur um diese Aktion, ums Radfahren als Sport oder als Wochenendbeschäftigung, sondern sie denken langfristig. "Der Hintergedanke ist auch, dass es mehr Alltagsradler in der Stadt geben soll", erklärt Hildrun Schlicke. "Das muss sowohl bei Rad- als auch bei Autofahrern anders im Kopf verankert werden. Und das geht nur durch Gewohnheit", weiß Schlicke, die genau aus diesem Grund nicht davor zurückschreckt, die Graben- oder die Eltinger Straße entlangzuradeln.
"Man wird merken, wie viele Möglichkeiten es in Leonberg gibt, mit dem Rad ans Ziel zu kommen", ist Oberbürgermeister Bernhard Schuler überzeugt. Laut Schlicke lassen sich beispielsweise innerhalb von einer Viertelstunde sogar die Teilorte erreichen. Schuler hofft, dass das Stadtradeln "das Thema umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Mobilität stärkt". Auf das Bewusstsein, dass man nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst etwas Gutes tut und daran zudem Freude hat, setzen auch die Initiatoren von der Lokalen Agenda. "Bewegung ist ein Garant für Gesundheit", erinnert Henke-Messerschmitt.
Sie verzichten deshalb darauf, die von den Teams angegebenen Rad-Kilometer zu kontrollieren oder die Gewinner mit einem Preis zu bedenken. "Das läuft auf Treu und Glauben", erläutert Schlicke, was sie auch einer Lehrerin auf diese Frage geantwortet hat. Denn in Schulen haben sie ebenso fürs Stadtradeln geworben wie in Vereinen oder Firmen. Schließlich soll in Teams geradelt werden; selbstverständlich bildet auch die Lokale Agenda eines, und Schlicke übernimmt die Rolle des Team-Kapitäns.
Neben dem Umweltgedanken, der Gesundheit und dem Spaß am Radfahren hat die Lokale Agenda einen weiteren Aspekt im Blick: "Leonberg braucht alles, was gut fürs Image ist", sagt Hildrun Schlicke. Zudem gehört die Stadt zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen - da müsse sie entsprechende Ergebnisse vorweisen.
Inge Henke-Messerschmitt kommt beim Thema Radfahren noch etwas anderes in den Sinn: Sie denkt an zwei Zeilen aus dem Lied "Mein Fahrrad" von den Prinzen: "Nur Genießer fahren Fahrrad, und sind immer schneller da." Für die Leonberger Kernstadt gilt das allemal.