NSU-Prozess Zeugen schildern brutalen Banküberfall

Von red/dpa 

Zwei Banküberfälle in Chemnitz standen auf dem Programm des NSU-Prozesses am Donnerstag. Zeugen schilderten das Vorgehen der mutmaßlichen Täter. Foto: Getty Images Europe
Zwei Banküberfälle in Chemnitz standen auf dem Programm des NSU-Prozesses am Donnerstag. Zeugen schilderten das Vorgehen der mutmaßlichen Täter.Foto: Getty Images Europe

Im NSU-Prozess haben Zeugen über zwei Banküberfälle in Chemnitz berichtet. Die mutmaßlichen Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt seien dabei extrem brutal und skrupellos vorgegangen.

München - Erneut haben Zeugen im NSU-Prozess emotional über extrem brutale Banküberfälle der mutmaßlichen Rechtsterroristen ausgesagt. Im Abstand von nur vier Tagen sollen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Mai 2004 zwei Sparkassenfilialen in Chemnitz überfallen und insgesamt mehr als 100 000 Euro erbeutet haben. Eine der beiden Filialen überfielen sie erneut im November 2005, diesmal erfolglos.

Eine Mitarbeiterin - damals im Jahr 2004 im dritten Monat schwanger - sagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München aus, einer der Täter habe ihr ein Gewehr mit abgesägtem Lauf auf den Kopf geschlagen. Eine Kollegin berichtete, dass ihr der andere Täter seine Pistole an die Schläfe gehalten und sie in den Tresorraum gezwungen habe. Die Täter hätten gedroht, Angestellte zu erschießen oder als Geiseln zu nehmen. Die Frau sagte, sie habe nur an ihre Kinder gedacht und den Tätern gesagt: „Bitte geht. Meine Kinder!“

Der erste Überfall in Chemnitz hatte sich am 14. Mai 2004 ereignet, der zweite am 18. Mai. Bei beiden Überfällen sollen die Täter maskiert und mit einer Pistole und einer abgesägten Schrotflinte bewaffnet gewesen sein.

Im Jahr 2004 soll der NSU nach einer mehr als zweijährigen Pause wieder in Erscheinung getreten sein. Im Februar wurde der Imbissbetreiber Mehmet Turgut in Rostock erschossen. Im Juni sollen Mundlos und Böhnhardt eine Nagelbombe an der Kölner Keupstraße gezündet haben. Dabei waren 22 Menschen teils schwer verletzt worden. Die Bundesanwaltschaft hält diese Taten für rassistisch motiviert.

Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe. Sie muss sich für alle Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) verantworten. Die Anklage wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden vor. Fast alle Opfer waren türkisch- oder griechischstämmig.

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