Noten für die Roten Stuttgarter Aufholjagd in Ingolstadt

Von Holger Layer 

Punkteteilung: Der VfB Stuttgart kommt nach einem 1:3-Rückstand wieder zurück und entführt doch noch einen Punkt aus Ingolstadt. Wir haben die Noten für die Roten.

Ingolstadt - Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen unangenehmen Gegner. In einer intensiven Partie hat sich der VfB Stuttgart am 26. Bundesliga-Spieltag beim FC Ingolstadt im Audi-Sportpark am Ende ein 3:3-Unentschieden erkämpft. Die Mannen mit dem Brustring lagen bereits mit 1:3 zurück, zeigten aber Moral und erzwangen in den letzten zehn Minuten doch noch den Ausgleich.

Im Vergleich zum 5:1 gegen Hoffenheim in der Vorwoche wechselte Trainer Jürgen Kramny personell nur auf einer Position. In der Sturmspitze kehrte Timo Werner zurück in die Startelf und verdrängte Artem Kravets auf die Ersatzbank. Stuttgart begann entschlossen, leistete sich jedoch bereits nach wenigen Minuten eine folgenschwere Unkonzentriertheit. Kapitän Christian Gentner spielte einen zu ungenauen Rückpass auf Emiliano Insua. Moritz Hartmann sprintete dazwischen und hämmerte die Kugel humorlos unter die Latte – der frühe 0:1-Rückstand (4.). Der VfB ließ sich davon aber nicht beeindrucken und schlug wenig später zurück. Insua hebelte die gesamte Hintermannschaft der Schanzer, die weit aufgerückt war, mit einem Pass in die Schnittstelle auf Filip Kostic aus. Der Serbe war auf und davon und überwand FCI-Keeper Ramazan Özcan mit einem Flachschuss (9.) – der 1:1-Ausgleich.

Die Partie blieb intensiv. Der VfB versuchte weiter direkt und mit viel Tempo in die Spitze zu spielen. Die Ingolstädter ließen den Roten aber mit enger Zweikampfführung wenig Luft zum Atmen. So gestaltete sich eine offene Partie. Erst teste Daniel Didavi Özcan mit einem tückischen Aufsetzer, den der Schlussmann aber parierte (12.), und dann verbuchte Ingolstadt wieder eine große Chance. Nach einem Freistoß von Robert Bauer verschätzte sich Torhüter Przemyslaw Tyton beim Kopfball von Benjamin Hübner. Der Ball landete vor den Füßen von Hartmann, aber dessen Schuss ging knapp vorbei (19.).

Rückschlag durch zwei ruhende Bälle

Gegen Ende der ersten Halbzeit verloren die Stuttgarter dann etwas den Faden und kamen nicht mehr so oft zum Zug. Allerdings konnten auch die Gastgeber keine große Gefahr mehr entwickeln, weil sie in ihren Aktionen zu ungenau wurden. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ergab sich aber doch noch die Riesenchance zur VfB-Führung: Eine Flanke von Insua von der rechten Seite wurde zum Torversuch, den Özcan so gerade noch aus dem Winkel kratzte. Dann kam Kevin Großkreutz an den Ball, der aber zu überrascht war und die Kugel zu Lukas Rupp stocherte. Der 25-Jährige brachte aus kurzer Distanz allerdings keinen platzierten Schuss mehr zu Stande. So hielt Özcan das 1:1 fest (45.).

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste. Die Stuttgarter hatten etwas mehr Spielanteile und kassierten trotzdem wieder das Gegentor. Dieses Mal nach einem überflüssigen Foul von Großkreutz auf der rechten Seite. Max Christiansen flankte in den Strafraum, wo Matthew Leckie zur Stelle war und zum 1:2 einnickte (56.). Und kurz darauf war es erneut ein ruhender Ball, der für den nächsten Rückschlag sorgte. Dario Lezcano trat aus aussichtsreicher zentralen Position einen Freistoß für die Ingolstädter und traf den Ball optimal: Das Leder schlug rechts oben in der Torwartecke ein (61.) – das 3:1 aus Sicht der Hausherren.

Spannende Schlussphase

VfB-Coach Kramny reagierte mit zwei Wechseln: Erst kam Artem Kravets für Serey Dié in die Partie (65.) und knapp zehn Minuten später ersetzte Boris Tashchy den kaum in Erscheinung getretenen Werner (74.). Doch gegen die Schanzer, die Räume gut zustellten, ergaben sich aus dem Spiel heraus weiterhin kaum Möglichkeiten. Stattdessen fiel beinahe sogar das 1:4. Nach der missglückten Kopfballrückgabe von Sunjic landete Lezcanos Heber aber nur am Außennetz (76.).

Die Schlusspahse war angebrochen und der VfB startete VfB nun die Aufholjagd – mit Erfolg, und sinnbildlich für die Partie: durch Standards. Ein Freistoß von Kostic aus rund 30 Metern wurde an den zweiten Pfosten zu Rupp verlängert, der zum 2:3-Anschlusstreffer einnetzte (79.). Ingolstadt wackelte nun. In der Folge setzte sich Insua setzte auf halblinks im Strafraum durch, verfehlte dann aber das lange Eck (81.) – die dicke Chance zum Ausgleich, der erst nach einem erneuten Schiedsrichter-Pfiff fiel. Matip trat Kostic in die Haken und der Unparteiische Manuel Gräfe entschied auf Elfmeter. Didavi trat an und verwandelte zum 3:3-Enstand (84.).

Stimmen zum Spiel

Ralph Hasenhüttl (Trainer FC Ingolstadt): „Ich hätte nicht geglaubt, dass ich über einen Punkt in der Bundesliga nicht erfreut sein kann. Es wäre mehr drin gewesen. Beide Teams haben gezeigt, dass sie nach vorne spielen wollten. Nach dem 3:1 hatten wir den VfB da, wo wir ihn haben wollten. Da musst du eben das vierte Tor machen. So stehen wir mit einem Punkt da, auch wenn wir das beste Heimspiel der Saison geliefert haben.“

Jürgen Kramny (Trainer VfB Stuttgart): „Es war ein superintensives Spiel. Wir haben auf das 0:1 gut reagiert. Nach dem 1:1 war es bis zur Pause ein offenes Spiel. Nach der Halbzeit haben wir unseren Rhythmus überhaupt nicht gefunden. Nach dem 1:3 haben dann wir hop oder top gespielt und Glück, dass das 4:1 nicht fällt. Wir haben aber immer daran geglaubt. Für uns war es ein Punkt der Moral.“

 

VfB Stuttgart - Bundesliga

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