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Nordspange Unterstützung auch aus Eigennutz

Otto-H. Häusser, 09.02.2013 14:00 Uhr

Filderstadt - Nördlich der Autobahn Stuttgart – München soll der Bau der Landesstraße 1204 vollendet werden. Diesen Wunsch der Gemeinde Neuhausen unterstützt auch Filderstadt. Und zwar nicht nur aus Solidarität, sondern auch deshalb, weil sich die meisten Stadträte durch den Bau der sogenannten Nordspange weniger Verkehr in Bernhausen und Sielmingen erhoffen.

Bisher sind die Chancen für eine Realisierung jedoch gering. Das Straßenprojekt ist im Generalverkehrsplan des Landes nicht mehr vorgesehen. Die Straße, die zwischen der A-8-Anschlussstelle Esslingen und Plieningen parallel zur Autobahn verlaufen soll, erfüllte zu wenig der geforderten Kriterien. Andererseits hat die Gemeinde Neuhausen einen positiven Nutzen-Kosten-Faktor für die Nordspange errechnet.

Kaf will insistieren

Die Filderstädter Stadträte erörterten nun, wie sie dem Projekt zum Durchbruch verhelfen können. Geplant ist, dass die im Kommunalen Arbeitskreis Filder (Kaf) versammelten Kommunen gemeinsam bei Verkehrsminister Winfried Hermann vorstellig werden sollen.

Die meisten Räte im Technischen Ausschuss waren sich einig, dass die Große Kreisstadt mitmachen müsse. Karlheinz Bopp (CDU) betonte das Eigeninteresse der Stadt. „Das ist eine gute Umleitung, wenn die Autobahn zu ist“, sagte er. Dadurch werde auch Filderstadt entlastet. Dagegen bezweifelte Johannes Jauch (FDP), dass in der Sielminger Ortsdurchfahrt, so wie von der Verwaltung vorhergesagt, der Verkehr mit Hilfe der neuen Straße reduziert werden kann.

Dem hielt Bürgermeister Reinhard Molt entgegen, dass die Nordspange zum Lkw-Lenkungskonzept gehöre. Es sei deshalb durchaus möglich, dass Lastwagenfahrer, die bisher verbotenerweise durch Sielmingen fahren, die Nordspange als Alternative zur Autobahn nutzen.

„Unterstützen unsere Nachbarn“

Die gewünschte Straße sei bereits Teil des Verkehrskonzepts der Messe gewesen, erklärte Rolf Kurfess (FW). Neuhausen habe eine Begründung für die Notwendigkeit der Straße abgegeben. Nun müsse die Nordspange im Generalverkehrsplan auch eine hohe Priorität bekommen. „Wir unterstützen unsere Nachbarn“, sagte er. Ins selbe Horn stieß auch Walter Bauer (SPD) „Neuhausen muss der Rücken gestärkt werden“, sagte er.

Dies allein reiche nach Ansicht von Matthias Gastel (Grüne/FFL) nicht aus. Schließlich habe das Verkehrsministerium anhand eines Kriterienkatalogs entschieden. Wenn man wolle, dass die Straße gebaut wird, müsse man einzelne Kriterien beanstanden. So seien beispielsweise die beiden Teile der Nordspange getrennt geprüft worden, obwohl sie zusammen gehörten. Die Spange habe es nicht in die zweite Stufe der Bewertung geschafft. „Erst dort wäre die Verkehrswirksamkeit der Straße geprüft worden“, sagte er. Deshalb müsse man darauf drängen, dass einzelne Bewertungsschritte überdacht werden. Bei der abschließenden Abstimmung votierten Gastel und seine Fraktionskollegin Monika Riegraf deshalb gegen die pauschale Forderung, die Nordspange in den Generalverkehrsplan aufzunehmen, zehn Stadträte stimmten dafür.

 
 
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