Stuttgart - Weil in der Nachbarschaft gerade so viel Schmutz anfällt, muss der Kulturbetrieb Wagenhallen im Stuttgarter Norden weniger Miete zahlen und darf eine städtische Kehrmaschine nutzen. Die Stadt hat den Betreibern eine Mietminderung um 30 000 Euro zugestanden, die rückläufigen Einnahmen ausgleicht, die durch die Baustelle des Beruflichen Schulzentrums für Gesundheit, Pflege, Ernährung und Sozialwesen entstehen. „Diese Baustelle beeinträchtigt das Gelände“, sagt Stefan Mellmann, einer der Betreiber der Wagenhallen, „das Flair geht verloren.“
Das ist schlimm, weil der Kulturbetrieb keine kommunalen Subventionen bekommt und Konzerte selbst finanziert – vor allem, indem er das Gelände für Firmen- und Privatfeiern, zum Beispiel für Hochzeiten, vermietet. Den Baustellenschmutz machen die Betreiber der Wagenhallen dafür verantwortlich, dass solche Feiern immer seltener gebucht werden. Die Verwaltung scheint auch dieser Meinung zu sein und verlangt nun weniger Miete. „Das ist eine tolle Sache, dass die Stadt uns entgegenkommt“, sagt Mellmann.
Betreiber haben sich mit Baustelle abgefunden
Die Kehrmaschine, die die Stadt den Wagenhallen für die Bauzeit zur Verfügung stellt, um den Schmutz der Baustelle entfernen zu können, ist nach Mellmanns Meinung zwar nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Doch die Betreiber haben sich inzwischen mit der Baustelle abgefunden: „Immerhin wird eine neue Straße zur Schule gebaut“, sagt Mellmann. Und von der Verbesserung der Infrastruktur profitieren auch die Wagenhallen.
Allerdings hat Mellmann Angst, dass die Wagenhallen bald schon ein Schattendasein führen: „Wir liegen künftig im Schatten der Schule“, sagt er, „wir werden abwarten müssen, wie hoch die Sonne im Sommer steht und ob wir noch etwas Licht abbekommen.“ Insgesamt, sagt Mellmann, seien mit den gefundenen Lösungen aber alle Beteiligten zufrieden. „Es ist klasse, dass bei uns überhaupt etwas passiert.“