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Neues Ticketangebot im VVS Azubis sollen bald billiger fahren

Von Konstantin Schwarz 

VVS-Geschäftsführer Horst Stammler will dem Aufsichtsrat einen Vorschlag für das Azubi-Ticket machen. Foto: Leif Piechowski
VVS-Geschäftsführer Horst Stammler will dem Aufsichtsrat einen Vorschlag für das Azubi-Ticket machen.Foto: Leif Piechowski

Auszubildende haben im Tarifsystem des Verkehrsverbundes Stuttgart bisher das Nachsehen. Das soll sich mit einem neuen Angebot ändern.

Stuttgart - Wie kann man mehr Auszubildende vom Auto weg in Bus und Bahn locken? Günstigere Tickets sind eine Möglichkeit. Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) will mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres, also von September 2016 an, Auszubildenden ein ähnlich strukturiertes Angebot machen, wie es für Schüler und Studenten schon lange besteht.

80 Prozent der Auszubildenden, die bisher schon öffentlich zum Arbeitsplatz und zur Berufsschule pendeln, können mit dem neuen Angebot günstiger fahren als bisher. Je nach Nutzungsintensität, zum Beispiel am Wochenende, könnten aber auch Azubis, die nur ein oder zwei Zonen lösen, gewinnen. Denn die neue Monatskarte soll wie bei Schülern und Studenten für das ganze Netz gelten.

Angebot stellt 80 Prozent der Kunden besser

Das neue Ticket, das für ein Jahr bestellt werden muss, soll im Monatsabo 59 Euro kosten. Ein bisheriges Monatsticket im Ausbildungsverkehr, das aber nur eine Zone abdeckt, kostet ab 1. Januar 46, das für zwei Zonen 59,70 Euro. „Das Angebot würde damit für 80 Prozent der Kunden besser und für 20 Prozent nicht schlechter“, sagt Horst Stammler, einer der beiden Verbund-Geschäftsführer. Beim bisherigen Angebot müssen für drei Zonen 78,60 Euro im Monat berappt werden, für vier sind es 98,30 Euro.

Insgesamt verkaufte der Verbund von April 2014 bis März 2015 genau 377.153 Monatskarten in diesem Segment. Am häufigsten bestellt wurden zwei Zonen (133.784), dann Karten für eine (82.189) und drei Zonen (70.431). Immerhin noch 43.347 Monatskarten umfassten vier Zonen, 8834 sogar sieben oder mehr zum Preis von (künftig) 154 Euro.

Im neuen Angebot liegen damit für viele Auszubildende gewaltige Sparmöglichkeiten. Der Verbund erhofft sich von der Neuerung deutlich mehr Kundschaft. Allerdings muss die Ticket-Revolution erst noch vom VVS-Aufsichtsrat genehmigt werden. „Wir werden den Vorschlag im April 2016 dem Kontrollgremium vorlegen“, sagt Stammler. Aus diesem und den Landkreisen, aber auch dem Stuttgarter Jugendrat oder der SPD-Gemeinderatsfraktion stammte die Forderung nach einer Angleichung des bisher krass unterschiedlichen Angebots.

SPD sieht kleinen Anreiz für betriebliche Ausbildung

Schüler zahlen beim bezuschussten Scool-Abo schon bisher 40,55 Euro (künftig 41,55) für das Netz, Studenten für die Halbjahreswertmarkte 199 Euro und zusätzlich den im Studierendenwerksbeitrag enthaltenen VVS-Zuschuss von künftig 45,60 Euro. Für die Sozialdemokraten ist das neue, günstige Ticket ein kleiner Anreiz, die betriebliche Ausbildung attraktiver zu machen, denn zum Schrecken der Betriebe übertrifft die Zahl der Studenten inzwischen die der Auszubildenden. Die Nachwuchsgewinnung wird schwieriger.

37 Prozent der Nutzer des bisherigen Ticketangebots erhalten laut Stammler einen Zuschuss vom Arbeitgeber, oder der Betrieb übernimmt die Monatskarte sogar ganz. „Wir wollen mit dem neuen Angebot auf die Betriebe zugehen“, so Stammler, mit einem Zuschuss werde das Angebot noch attraktiver. Um Auszubildende zu ködern, würden heute teils Tablets oder Smartphones verschenkt, warum sollte da nicht auch eine günstige Fahrkarte für das ganze Netz als Lockmittel eingesetzt werden?

Mindereinnahmen müssen ausgeglichen werden

Zwar ist die politische Unterstützung für das neue Azubi-Ticket gewichtig, beim Schwur im April müssen die Verbund-Geschäftsführer aber auch eine Rechnung offenlegen, die sicher nicht gefallen wird. Weil kein Land- oder Stadtkreis freiwillig einen Zuschuss avisiert hat, müsste eine mögliche Mindereinnahme (zuletzt wurden 27 Millionen Euro erlöst) bei der nächsten Preisrunde kompensiert werden. Stammler bleibt dazu im Ungefähren: „Es gibt verschiedene Modelle.“ Auch die Einführung ist offen. Der 1. September wäre ideal, der 1. Januar 2017 aber auch möglich.

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