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Neues Angebot Energieversorger machen Handwerkern Aufträge streitig

Walther Rosenberger, vom 29.07.2010 17:25 Uhr
Heizen mit Holz liegt im Trend Foto: dpa
Heizen mit Holz liegt im Trend Foto: dpa

Stuttgart - Weil sie allein durch den Verkauf von Strom und Gas immer weniger Geld verdienen können, drängen die klassischen Energieversorger mit aller Macht in neue Märkte. Dabei machen sie sich nicht nur Freunde.

Albert Volkwein ist sauer. Gerade eben ist er bei einem Großauftrag nicht zum Zuge gekommen. Für ein Neubaugebiet hatte die Stadt Ravensburg den Bau der kompletten Straßenbeleuchtung ausgeschrieben. Fünf lokale Elektromeisterbetriebe gaben Angebote ab. Alle bewegten sich zwischen 62000 und 67.000 Euro. Dann stieg der Karlsruher Energieversorger EnBW als Neuling in den Bieterwettkampf mit ein und unterbot die Konkurrenz "um rund 10000 Euro", wie Volkwein sagt. "Wettbewerb in allen Ehren, aber keiner der örtlichen Handwerker hätte den Auftrag zu diesem Preis durchführen können", beteuert der Ravensburger Obermeister. Gegen die geballte Einkaufsmacht eines Konzerns und die damit verbundene günstige Teilebeschaffung käme der einzelne Betrieb nicht an.

Die Renditen bei Strom und Gas schmelzen

Das Beispiel ist kein Einzelfall. Mit Nachdruck streben derzeit Energieversorger überall in Deutschland in neue Geschäftsfelder. Konzerne, Regionalversorger, Stadtwerke - alle versuchen auf bisher unbekanntem Gelände Fuß zu fassen. Im Hintergrund steht ein immer härterer Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten, der die Gewinne der Ex-Monopolisten schrumpfen lässt. Dazu kommen staatliche Regulierungsbemühungen - etwa im Bereich der Netze -, die die einstigen Traumrenditen beim Strom- und Gastransport schmelzen lassen. Alles zusammengenommen wird in den klassischen Geschäftsbereichen der Konzerne und Stadtwerke - dem Energievertrieb und dem Netzgeschäft - das Klima rauer. Und daher hält man Ausschau nach angenehmeren Gefilden.

So ein Bereich ist zurzeit das Geschäft mit effizienter Energietechnik und mit erneuerbaren Energien. Politisch gewollt, durch eine ganze Reihe staatlicher Förderprogramme auf Wachstum getrimmt und vor allem mit nahezu blitzblankem Image, locken hier noch satte Gewinne. Mittlerweile haben fast alle Versorger die Bedeutung der Zukunftstechnologien erkannt und versuchen sie mit Nachdruck beim Kunden zu verankern. Beispiel Badenova. Seit März 2010 bietet der Freiburger Regionalversorger Micro-Blockheizkraftwerke zum Einbau in Privathäuser an. Die Badenova fungiert dabei als Generalunternehmer, der für seine Kunden von der Energieberatung und Planung bis zur Inbetriebnahme und Wartung der Kleinkraftwerke alles erledigt.

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