Neue Musikschule Selbst Erwin Teufel ist beim Filum-Richtfest

Von Sascha Schmierer 

Schlussstein fürs Dach: Am Freitag schwebte ein 46,5 Tonnen schwerer Träger auf der Filum-Baustelle ein. 




Foto:   Otto-H. Häusser Foto:  
Schlussstein fürs Dach: Am Freitag schwebte ein 46,5 Tonnen schwerer Träger auf der Filum-Baustelle ein. Foto: Otto-H. Häusser

Ein 46,6 Tonnen schwerer Betonträger ist ein wichtiger Baustein in der Dachkonstruktion des neuen Musikschulbaus. Er schwebte am Freitag mit einem Spezialkran ein. Schon einen Tag zuvor war Richtfest gefeiert worden – unter anderem mit dem früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel.

Filderstadt - Es kommt nicht alle Tage vor, dass bei einem Richtfest für eine Musikschule ein ehemaliger Ministerpräsident im Publikum steht. Beim auf dem Bildungscampus am Rand von Bernhausen aus dem Boden wachsenden Filum ist das – wie viele andere Dinge auch – ein wenig anders. Für den Bau des mehr als zehn Millionen Euro teuren Musentempels zwischen Rundsporthalle und Realschule kommt nicht die Stadtkasse auf. Um die Kunst zu fördern und seiner Heimat ein außergewöhnliches Geschenk zu machen, öffnet der aus Bernhausen stammende Unternehmer Karl Schlecht die Schatulle.

Der Neubau wird mehr als zehn Millionen Euro kosten

Der mit Mörtelmaschinen und Betonpumpen zu einem wohlhabenden Mann gewordene Investor stellt der Stadt nicht nur den architektonisch anspruchsvollen Neubau hin. Über die nach ihm benannte Stiftung steuert Schlecht auch jährlich 300 000 Euro zu den Betriebskosten bei. Das Defizit bei der Musikerziehung wird mit fast 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Im Kuratorium der Stiftung wiederum ist auch Erwin Teufel vertreten – weshalb sich der frühere Landesvater am Donnerstag in Filderstadt ein persönliches Bild von den Bauarbeiten machte. Gemeinsam mit dem Stifter, Musikschulchefin Maria Fiedler und zahlreichen Gästen – darunter auch die Filderstädter Rathausspitze mit OB Christoph Traub und den beiden Bürgermeistern Andreas Koch und Reinhard Molt lauschte der Ehrendoktor dem Richtspruch von Polier Umberto Müller, der in Reimform von ambitionierten Bauplänen und „eng gesteckten Terminen“ sprach. Mit Hochrufen auf die Bauherrschaft, die Architekten und Statikingenieure und die Handwerker selbst wurde der in neun Monaten entstandene Rohbau gefeiert.

In den Konzertsaal würde auch ein Schwimmbecken passen

Bezugsfertig wird das Filum im Herbst 2016 sein – der mit seinem Büro schon für die Stuttgarter Musikhochschule verantwortliche Architekt Manuel Schupp nutzte die Gelegenheit, um Neugier auf das ungewöhnliche Treppenhaus, den schwimmbadgroßen Konzertsaal und die an Klaviertastaturen erinnernde Fassade zu machen.

Viel Zeit zur Feier blieb den Bauleuten der Metzinger Firma Brodbeck nicht: Schon am Freitag schwebte ein 46,5 Tonnen schwerer Träger ein, an dem die Dachkonstruktion des Filum befestigt werden wird. Allein der Aufbau des erforderlichen Kran-Giganten mit 500 Tonnen Tragkraft dauerte vier Stunden. Filum-Bauleiter Jörg Levedag räumte ein, mit einem derartig dimensionierten Gerät in seinem Berufsleben noch nicht zu tun gehabt zu haben.

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