Nach Auftragsvergabe Bahn bleibt im Kostenrahmen von Stuttgart 21

Von Michael Isenberg 

Der S-21-Betrieb geht kaum vor 2021 los. Foto: Peter-Michael Petsch
Der S-21-Betrieb geht kaum vor 2021 los.Foto: Peter-Michael Petsch

Bahn hat ihre internen Vergabeziele sogar um einige Millionen Euro unterschreiten können.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn beim Bahnprojekt Stuttgart 21 die Aufträge für den Rohbau des Tiefbahnhofs und die Tunnelstrecken Richtung Cannstatt und Feuerbach vergeben. Die Aufträge haben ein Gesamtvolumen von 800 Millionen Euro. Damit bleibt das Projekt weiterhin im Kostenrahmen. Bei den Bauarbeiten kommen auch zwei Stuttgarter Unternehmen zum Zug.

„Mit den Vergaben liegen wir im prognostizierten Kostenrahmen“, sagte Infrastrukturvorstand Volker Kefer. Damit habe man das vor der Volksabstimmung im November 2011 angekündigte Vergabeziel erreicht. Mit den jetzigen Aufträgen hat die Bahn nach eigener Darstellung etwa 50 Prozent des Gesamtauftragsvolumen von S 21 – und rund 90 Prozent der für Mehrkosten besonders anfälligen Tunnelbauwerke – vergeben. „Die Kostensituation für das Projekt hat sich weiter stabilisiert“, so Kefer.

Mehrkosten als Folge der S-21-Schlichtung

Nach Informationen unserer Zeitung aus dem Umfeld des Konzerns hat die Bahn ihre internen Vergabeziele nach monatelangen Verzögerungen in den Verhandlungen mit der Bauwirtschaft sogar um einige Millionen Euro unterschreiten können. Damit war nicht unbedingt zu rechnen:

Noch vor wenigen Wochen berichtete die Bahn in einer Sitzung mit den Projektpartnern von Land, Stadt Stuttgart und Region, dass man noch weitere 60 Millionen Euro bei den Vergaben einsparen müsse. Dieses Ziel sei „anspruchsvoll“, heißt es in den Sitzungsunterlagen, die unserer Zeitung vorliegen.

Auch wenn die Bahn bei den jetzigen Vergaben den selbst definierten Kostenrahmen einhält – annähernd 240 Millionen Euro Mehrkosten sind trotzdem bereits aufgelaufen. Diese Summe soll bei der Lenkungskreissitzung der Projektpartner am 23. März gebilligt werden. Angesichts der vereinbarten Kostenobergrenze von 4,526 Milliarden Euro für Stuttgart 21 beträgt die Reserve für künftige Mehrkosten nunmehr 390 Millionen Euro. Davon müssen unter Umständen auch die 70 Millionen Euro Mehrkosten als Folge der S-21-Schlichtung finanziert werden.

Den Planfeststellungsabschnitt 1.1, der im Wesentlichen den Tiefbahnhof und große Kanalbauten umfasst und ein Volumen von 300 Millionen Euro hat, soll von einer Bietergemeinschaft unter Führung der Stuttgarter Züblin AG gebaut werden. Das hatte unsere Zeitung schon 2010 erstmals berichtet.

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