Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]
Bilder

Musik aus Stuttgart Stuttgart, wie es ravt und rockt

Gunther Reinhardt, vom 09.04.2011 21:07 Uhr
vorherige Bild 1 von 6 nächste
Rock’n’Roll: The Jerks Foto: Promo
Rock’n’Roll: The Jerks Foto: Promo
Siehe auch

Stuttgart - Die einen versuchen es mit rumpelndem Punkrock, die anderen mit schönen Schnulzen: Am 5. Mai wird der Music Award Region Stuttgart (Mars) vergeben. Die sechs Nachwuchs-Acts, die um einen Zukunftspreis konkurrieren, könnten kaum unterschiedlicher sein - musizieren aber alle auf sehr hohem Niveau.

Der Hip-Hop ist fortgezogen. Der Name Benztown ist geblieben. Als die Fantastischen Vier noch hier zu Hause waren, die Kolchose Acts wie Freundeskreis, die Massiven Töne oder Afrob hervorbrachten, galt Stuttgart als Hauptstadt des deutschen Sprechgesangs. Doch dann zogen sie alle nach Berlin, Hamburg oder in die Eifel, der Battle-Rap übernahm das Hip-Hop-Geschäft, und Stuttgart drohte zum weißen Fleck auf der deutschen Poplandkarte zu werden.

The Jerks brechen unzählige Mädchenherzen

Dass die Region Stuttgart so ein Schicksal nicht verdient hat, beweisen die Nominierungen für den Mars-Zukunftspreis, den das Popbüro am 5. Mai im Planetarium vergibt. In sieben Kategorien werden Akteure der regionalen Szene ausgezeichnet: Der Musikunternehmer, Künstler, Manager und Veranstalter des Jahres, aber auch die beste Location, der beste Live-Club und die beste Partyreihe erhalten Preise. Hinzu kommt der zweigeteilte und jeweils mit 5000 Euro dotierte Zukunftspreis für die vielversprechendsten Newcomer aus dem Bereich Existenzgründung und Künstler/Band. Und alle, die gedacht haben, nach dem Ende der Hip-Hop-Invasion der 1990er sei Stuttgart Popbrachland, werden von den sechs für den Zukunftspreis nominierten Acts eines Besseren belehrt.

The Jerks sind eine knuffige Hau-drauf-Punk'n'Roll-Kapelle, deren erste EP "Young. Raw. Ready To Get In" heißt - eine treffende Selbstbeschreibung. The Jerks haben nicht nur den Ruf, jeden Liveclub auf den Kopf stellen zu können, sondern bei ihren Auftritten auch unzählige Mädchenherzen zu brechen. Das dürfte auch dem Wuschelkopf Tiemo Hauer mit sanften Popsongs wie "Nacht am Strand" gelingen. Der 21- Jährige, der einst von der "Bravo" entdeckt wurde, veröffentlicht Ende des Monats sein Debüt "Losgelassen" in Eigenregie - einen Deal mit Universal Music hat er ausgeschlagen, weil er sich nicht in seine Musik hineinreden lassen wollte.

Cocorosie trifft Björk

Auch Singer/Songwriter Matteo Capreoli, der ein bisschen wie Max Herre aussieht und irgendwie auch so klingt, veröffentlicht in diesem Monat sein Debüt. "Ein Stück Geschichten" (Groove Attack) ist zwar ein kleines Album mit nur sechs Songs - doch Nummern wie die angesoulte Deutschpopballade "Ohne Dich" deuten das Potenzial dieses einfühlsamen Liederschreibers an. Die aufgekratzten Hip-Hop-Raver Die Orsons müssen dagegen keinem mehr etwas beweisen, haben schon zwei Alben veröffentlicht, sind im Vorprogramm von Fettes Brot auf Tour gewesen und bezeichnen sich selbst als den "größten Hype seit den Beatles".

Künstlerisch ambitioniert geben sich dagegen Anna Illenberger und Michael Fiedler als Anna Gemina. Beim wohl skurrilsten Duo der Region treffen Elektronik auf Poesie, Cocorosie auf Björk. Noch verblüffendere Musik gelingt nur der Band Yasmine Tourist - gerade weil sie so ruhig und unspektakluär daherkommt. Eine so empfindsame Musik zwischen Folk und Americana hätte man vielleicht aus Portland, Oregon oder Omaha, Nebraska, keinesfalls aber aus Benztown Stuttgart erwartet.

5000 Euro sind eine ganze Menge Geld, wenn man am Anfang seiner Karriere steht. Und die Ideen, wie man das Geld ausgeben könnte, sind ebenso vielfältig wie die musikalischen Geschmäcker der Nominierten: Während die Orsons das Geld in die Produktion ihrer neuen CD stecken wollen, um damit eine richtig große Plattenfirma zu ködern, möchte Tiemo Hauer das Geld dagegen haben, um auch weiterhin ohne Majordeal in der Tasche die Musik machen zu können, die er machen will.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Titel *  
     
Autor *  
     
Kommentar *  
             
(optional)
E-Mail   (wird nicht veröffentlicht)
             
Straße     Hausnr.  
             
PLZ     Wohnort  
             
    (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
             
      * Pflichtfelder
Helge Schneider und die maßlose Freude
Könner und Clown: Maßlose Freude des Publikums über Helge Schneider in der Liederhalle.
Chris Rea: Tanzmusik und Blues im Weltraum
Chris Rea ist am Montag vor 2500 Zuhörern in der Porsche-Arena in Stuttgart aufgetreten.

 

Anzeige
Nachrichtenticker
07:50   Schwedens Kronprinzessin hat ein Mädchen zur Welt gebracht
07:49   City-Sänger: Udo Lindenberg wäre guter Bundespräsident
07:45   Euro-Schuldenkrise vermasselt Allianz das Geschäft
07:32   Schwedens Kronprinzessin Victoria hat ein Mädchen bekommen
07:28   Dallas verliert Heimspiel gegen Lakers - Nowitzki mit 25 Punkten
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Volltreffer!

Bundestrainer Jogi Löw hat für das Fußball-Länderspiel gegen Frankreich am 29. Februar den Stuttgarter Stürmer Cacau nominiert. Ist dies die richtige Entscheidung?

 
Ja klar, Cacau hat sich das absolut verdient
Nein. Cacau hat's schwer beim VfB, was soll er bei Löw?
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise