Seit vielen Jahren nun radeln wir des Sommers durch deutsche Lande und lernen viele, viele Städte kennen. Nicht an alle kann man sich erinnern. Aber eine will mir einfach nicht aus dem Kopf: Bad Windsheim. Dieser Tage erinnerte ich mich wieder an Bad Windsheim, weil sich bei den Nachbarn der Sperrmüll angekündigt hatte. Und als wir seinerzeit in Bad Windsheim strandeten, war dort auch Sperrmüll. Allerdings nicht bei einigen wenigen Anwohnern, die die Sperrmüllabfuhr geordert hatten, sondern in der ganzen Stadt. Ehrlich: Von Bad Windsheim haben wir nicht viel gesehen, weil die ganze Stadt zugestellt war mit Sofas in Braun und Beige, mit dreibeinigen Stühlen und Wandschränken ohne Türen. Einen solchen Berg von Sperrmüll hätte ich noch nicht einmal in den Favelas von Sao Paulo vermutet.
Seinerzeit waren wir eher enttäuscht, weil uns Bad Windsheim verschlossen blieb, obgleich die Menschen ihr Innerstes nach außen gekehrt hatten. Der Hintergedanke erschloss sich mir erst später. Bad Windsheim - dieser Name wird mir bis zum Ableben stets vertraut bleiben. Und ich liebäugle mit einem zweiten Besuch an einem Tag ohne Sperrmüll, um mir das Städtle noch einmal anzuschauen.
Angesichts dieser strategisch so ausgetüftelten Marketingstrategie stellt sich die Frage, ob Kornwestheim nicht auch auf einen zentralen Sperrmüll-Termin umsteigen sollte. Die ganze Stadt zugeballert mit Reifenfelgen, nicht mehr fahrtüchtigen Bobbycars und ausrangierten Matratzen - und der Name Kornwestheim brennt sich in die Hirne der Menschen ein. Direkt neben Bad Windsheim. Wo liegt das eigentlich noch mal?