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Mobbing unter Flüchtlingen 30 Christen dürfen in Unterkunft in Neugereut

Von Jürgen Bock 

Im Mai sollen die neuen Unterkünfte am Sturmvogelweg bezugsfertig sein Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Im Mai sollen die neuen Unterkünfte am Sturmvogelweg bezugsfertig seinFoto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Stadt kommt Forderungen entgegen, christlichen Flüchtlingen eine Unterkunft in Neugereut anzubieten. 30 Leute sollen dort im Mai auf Vorschlag einziehen dürfen. Generell will man aber weiterhin nicht nach Ethnien und Religionen unterscheiden.

Stuttgart - Christliche Flüchtlinge haben sich zuletzt mehrfach darüber beklagt, in manchen Unterkünften immer wieder von der großen Mehrzahl der Muslime gemobbt zu werden. Ein Helferkreis, der im Bereich zwischen Hofen, Neugereut und Steinhaldenfeld vorwiegend assyrische Christen aus Syrien und dem Irak betreut, fordert deshalb, die geplante neue Unterkunft in Neugereut mit Christen zu belegen. Die Stadt geht jetzt auf diesen Vorschlag ein – zumindest ein Stück weit.

„Es gab in dieser Woche ein Gespräch mit einem Vertreter des Helferkreises“, sagt Sozialamtsleiter Stefan Spatz. Man habe vereinbart, dass die Ehrenamtlichen 30 christliche Flüchtlinge benennen dürfen, die von Mai an in die Unterkunft in Neugereut einziehen. 156 Plätze sind dort im Sturmvogelweg geplant. „Wenn die Menschen dort den Anschluss an eine Gemeinde oder einen Treffpunkt haben, sind wir dafür, die Wege zu verkürzen“, sagt Spatz. Bisher trifft sich die assyrische Gemeinde, der Christen unterschiedlicher Konfessionen angehören, im benachbarten Steinhaldenfeld. Sie ist Anlaufpunkt für rund 400 Flüchtlinge aus der gesamten Stadt und Region Stuttgart. Auch in Zuffenhausen sei ein Schwerpunkt denkbar, weil es dort eine Betreuerin gebe, die Aramäisch spricht.

Generell will die Stadt weiter durchmischen

Grundsätzlich abrücken von der bisherigen Praxis, Geflüchtete nicht nach ethnischen oder religiösen Gesichtspunkten zu trennen, will die Stadt aber nicht. „Wir belegen weiter wie bisher, das hat sich bewährt“, sagt Spatz. Die Spitze der Stadtverwaltung sei nach wie vor der Auffassung, dass es sich um einen guten Weg handle: „Wir haben den Ansatz, die Menschen vom ersten Tag zu integrieren und dabei keine Unterscheidungen zu machen“, bekräftigt Spatz. Normalerweise funktioniere das reibungslos. Es gebe sogar Unterkünfte in der Stadt, in denen jüdische Kontingentflüchtlinge gemeinsam mit Muslimen untergebracht sind. Bisher offenbar ohne Schwierigkeiten. „Und wenn es im Einzelfall doch einmal zu Konflikten kommt, kann man Leute immer noch in ein anderes Quartier verlegen“, sagt der Sozialamtsleiter.

Der Forderung nach einer Unterkunft nur für Christen hat sich jetzt auch der Evangelische Arbeitskreis der CDU Stuttgart angeschlossen. „In Stuttgart muss unsere Gesellschaft christlichen Flüchtlingen einen sicheren Schutzraum bieten“, heißt es in einer Erklärung. Das gelte besonders für solche Asylsuchenden, die aufgrund ihres christlichen Glaubens bereits traumatische Erfahrungen gemacht hätten.

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