Mit Spark zündet der Funke

Von "Nord-Rundschau" 

Feuerbach. Kann ein Kammermusik-Ensemble Schülern klassische Musik nahe bringen? Und wie es kann! Von Georg Friedel

Feuerbach. Kann ein Kammermusik-Ensemble Schülern klassische Musik nahe bringen? Und wie es kann! Von Georg Friedel

Puh, ist das heiß! Bei diesem Kammermusik-Ensemble springt der Funke über - auch auf diejenigen Schüler im Publikum, die nicht unbedingt auf Klassik stehen. Vivaldi geht richtig ab. Oben auf der Bühne des Freien Musikzentrums bearbeiten fünf hochmusikalische Feuerköpfe aus fünf verschiedenen Kulturkreisen Tasten, Saiten und verschiedene Flöten auf eine Art und Weise, dass selbst der Klassik-Laie ein Gefühl von Gänsehaut spürt. "Spark", was übersetzt "Funke" heißt, mischt seit 2007 die klassische Musikszene auf. Gestern Vormittag brachte das Quintett, das seit dem vergangenen Oktober den Titel "Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2010" trägt, den Zehntklässlern des Leibniz-Gymnasiums ihre außergewöhnliche Kunst näher. Rund 30 verschiedene Blockflöten, gespielt von Andrea Ritter und Daniel Koschitzki, liegen unter dem Klavier und werden bei Bedarf hervorgeholt. Bei manchen Kompositionen kommen zwei der Instrumente gleichzeitig zum Einsatz. Die beiden sind aus dem weltbesten Blockflötenquartett hervorgegangen, dem Amsterdam Loeki Stardust Quartett. Sie verstehen es in den Pausen zwischen den Stücken, den Schülern ein paar Flötentöne oder besser gesagt, wie diese im Idealfall entstehen, beizubringen. Das Ganze wird mit einem traditionellen Klaviertrio kombiniert. Es besteht aus Stefan Glaus an der Violine, Victor Plumettaz am Cello und Jutta Rieping am Piano.

Die fünf stellen sich den Schülern nur mit dem Vornamen vor, gänzlich unprätentiös in Jeans und T-Shirt spielen sie Werke international renommierter Komponisten, und wer mit ihnen auf Facebook über Musik reden will, kann auch das tun. Die Schüler sind baff, wie kurzweilig Klassik sein kann. Zwischendurch erklären Daniel und Victor den Schülern das kleine Einmaleins der Instrumentenkunde: Warum heißt die Blockflöte eigentlich Blockflöte? Ganz einfach: Ein Konstruktionsmerkmal des Instruments gibt der Blockflöte ihren Namen. Der Block. Am Flötenkopf verschließt der Block die Flöte und lässt dabei einen schmalen Spalt frei - den Windkanal.

Seit mehr als fünf Jahren gibt es mittlerweile das Projekt Rhapsody in School. Es soll bekannte klassische Musiker mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt bringen. Andreas Winter vom Freien Musikzentrum Feuerbach (FMZ) verfolgt seit Jahren diesen Ansatz. Er bringt Schüler mit Klassikstars wie dem Pianisten Till Fellner oder den Violinisten Erik Schumann zusammen, geht mit ihnen in Feuerbacher Schulen und lässt sie dort auftreten. Was nicht immer ganz einfach ist. Denn nicht bei allen Pädagogen stößt er mit seinem Konzept offene Türen auf. Manchen Schulen schien der Aufwand zu groß. Für das abenteuerlustige Quintett Spark ist der Kontakt mit Jugendlichen, die sonst eher auf Xavier Naidoo und Silbermond stehen, kein Problem. "Wir wollen klassische Musik wieder zu etwas machen, das viele Menschen berührt", sagt Daniel Koschitzki, Gründungsmitglied von Spark. Deshalb beteiligen sie sich an dem Projekt "Rhapsody in School". Wo immer es sich an Konzerte anbinden lässt, gehen die fünf Musiker an die verschiedensten Schulen und bringen den Kindern und Jugendlichen ihre Musik näher.

"Das war mal eine Musikstunde der anderen Art", bedankte sich der Rektor des Leibniz-Gymnasiums bei Spark. Gymnasiastin Alina, die selbst seit der ersten Schulklasse Geige spielt und die zehnte Klasse des Leibniz-Gymnasiums besucht, findet den Ansatz von Spark Klasse: "Das hat richtig Spaß gemacht und ist mal was Neues."

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