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Mit seiner Romanfigur teilt er Profession und Passion

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 05.01.2011 02:46 Uhr
Axel Kuhn Der Historiker hat jahrelang an der Universität gelehrt.Jetzt schreibt der 67-jährige Schriftsteller Krimis. Von Martina Zick

Wer Axel Kuhns Krimis kennt, würde rasch sehen, welcher Romanteil der vorliegenden Reihe aus seiner Feder stammt - auch ohne, dass der Autor genannt wird. Denn der Leonberger Historiker, der bis 2008 an der Stuttgarter Universität lehrte, hat die Hauptfigur seiner bisher drei Krimis auch hier untergebracht: den Historiker Andreas Franck, der mit seinem Erfinder nicht nur den Beruf teilt, sondern auch die kriminalistische Passion. Franck allerdings versucht sich selbst als Ermittler, während es Kuhn - zumindest bis jetzt - beim Schreiben belässt. "Krimis haben mich schon immer fasziniert", gesteht der 67-Jährige, der das Manuskript für das vierte Buch bereits in der Schublade hat. Bereits erschienen sind die Titel Emerichs Nachlass, Francks Debüt und Teslas Erben.

Franck begleitet Kuhn, seit der sich vor einigen Jahren seines nie erfüllten Wunsches entsann, Schriftsteller zu werden. Der gebürtige Gelsenkirchener (Jahrgang 1943), der in Bremen aufgewachsen ist, hat in Münster, Hamburg und Kiel Geschichte und Germanistik studiert. Obwohl sein Herz stärker für die Sprachwissenschaft schlug, ergriff er Ende der 60er Jahre die Chance, mit dem Historiker Eberhard Jäckel als dessen Assistent von der Kieler an die Stuttgart Universität zu wechseln. Dort blieb er, promovierte, habilitierte sich und lehrte. Vierzig Jahre lang brachte Kuhn an der Stuttgarter Hochschule zu und beschäftigte sich besonders mit den Anfängen der Demokratie in Deutschland unter dem Einfluss der Französischen Revolution.

In seiner Wahlheimat Leonberg im Kreis Böblingen engagierte er sich derweil als Kommunalpolitiker: Insgesamt zehn Jahre lang - von 1994 bis 1999 und von 2004 bis 2009 - saß er für die Grün-Alternative Bürgerliste im Gemeinderat. Außerdem ist der kunstinteressierte Kuhn seit mehr als zehn Jahren Vorsitzender des Leonberger Galerievereins.

Als sich der Historiker mit sechzig Jahren dann zu fragen begann, wie er als Rentner seine Zeit zubringen könnte, tauchte der lang verschüttete Schriftstellerwunsch aus der Versenkung auf. Zwar wollte sich Kuhn dem eigentlich erst als emeritierter Professor zuwenden. Doch dann kam ihm in einem Restaurant seine Aktentasche abhanden, "und ich dachte, das schreibst du mal auf", erzählt Axel Kuhn. Einmal begonnen, blieb er dabei und ließ seinem Andreas Franck das gleiche Missgeschick widerfahren.

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