Was bedeutet eigentlich Dialekt? Diese Frage haben sich auch Schüler aus sechs Klassen der Uhlandschule gestellt und gemeinsam mit ihrem Lehrer, Walter Schmid, ein Mundart-Hörspiel produziert. Mit dem Ergebnis haben sie sich beim "2. Mundartwettbewerb in der Schule" beworben und es prompt ins Finale geschafft. Die Gewinner werden am Samstag, 9. Juli, beim Mundartfest in Villingen-Schwenningen gekürt. Ihnen winkt ein Preisgeld über 3000 Euro.
"Zu Beginn des Schuljahres war im Wahlpflichtfach lediglich die Produktion eines Hörspiels angesetzt", sagt Walter Schmid. Doch dann erfuhr der Klassenlehrer von der Ausschreibung und schlug seinen Schülern vor, daran teilzunehmen: "Die waren sofort begeistert." Ob das allerdings dem Interesse am schwäbischen Dialekt geschuldet war oder einfach daran, an einem Wettbewerb mitzumachen, vermag er nicht zu sagen. Unabhängig vom Beweggrund ist am Ende ein kleiner Schulkrimi mit dem Titel "Schwäbisch im Brennpunkt - oder falscher Verdacht" entstanden. Er handelt von einem Zuffenhäuser Jungen, der auf ein Internat geschickt wird und dort mit seinem schwäbischen Dialekt aneckt. Er wird zum Außenseiter abgestempelt und fälschlicherweise einer Straftat bezichtigt. Schlussendlich löst sich der Fall und der Junge findet Anschluss. Die Schüler haben aus der Arbeit auch eine Erkenntnis gezogen: "Sie haben festgestellt, dass Dialekt Menschen verbindet oder auch voneinander trennt", sagt der Pädagoge.
Schmid ist vom Engagement aller Beteiligten begeistert: "Die Jugendlichen haben das Stück selbst geschrieben und danach geschnitten", erzählt der Lehrer. Um das zu lernen, ist er mit ihnen ins Landesmedienzentrum gegangen: "Dort haben wir uns erklären lassen, wie das ganze funktioniert", fügt er hinzu. Zwei der Schüler hätten sogar ihre Faschingsferien geopfert und zwei Wochen mit dem Schneiden des Hörspiels zugebracht. Es gab aber noch eine weitere Schwierigkeit zu bewältigen: "Die meisten Schüler sprechen kein Schwäbisch und kennen es nur von älteren Leuten. Daher haben wir alles in Lautsprache aufgeschrieben und abgelesen. Das hat jedoch überraschend gut geklappt", sagt er.
Veranstaltet wird der Wettbewerb vom 2003 gegründeten Arbeitskreis "Mundart in der Schule", der sich aus Mitgliedern der beiden Vereine "Muettersproch-Gsellschaft" und "schwäbische mund.art" zusammensetzt. Die finanzielle Unterstützung kommt vom Tübinger Förderverein "Schwäbischer Dialekt", dem Freiburger Arbeitskreis "Alemannische Heimat", dem Regierungspräsidium Freiburg und dem "Friedrich-Bödecker-Kreis".