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"Messis Spiel ist nicht von dieser Welt"

"Stuttgarter Nachrichten", vom 23.02.2010 04:31 Uhr
Über diesen Gegner kann man nur staunen. Der FC Barcelona ist in Europa eine Klasse für sich - auch gegen den VfB? Alexander Hleb (28) kennt beide Clubs. "Unsere Chancen aufs Weiterkommen liegen fast bei null", sagt er vor dem Champions-League-Duell am heutigen Abend (20.45 Uhr/Sky).

Von Thomas Näher

Hallo, Alexander Hleb, der VfB spielt gegen Barça, das Sie nach Stuttgart ausgeliehen hat. Sind Sie sicher, dass Sie heute Abend in die richtige Kabine gehen werden?

Ja, da bin ich mir sehr sicher. Das ist kein Problem für mich.

Eher die Stärke des Gegners?

Ganz bestimmt. Barcelona ist der einzige Gegner, den ich mir nicht gewünscht habe.

Warum?

Ganz einfach, die Mannschaft ist einfach zu stark. Unsere Chancen aufs Weiterkommen liegen fast bei null. Barça hat in der vergangenen Saison, als der Verein sechs Titel gewann, einen Super-Fußball gespielt - und das tun sie jetzt auch.

Das heißt, Sie spüren keine Vorfreude?

Vorfreude? Nein, ich will mit dem VfB weiterkommen. Dieses Spiel heute ist vielleicht toll für Stuttgart und für unsere Fans, aber nicht für unsere Ziele.

Wie groß sind die Chancen?

10:90.

Cacau hat in Köln viermal getroffen. Macht Ihnen das nicht Mut?

Barcelona ist ein anderes Kaliber als Köln. Zwischen beiden Mannschaften ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Sie kennen Barcelona aus dem Effeff. Machen Sie den VfB-Fans doch wenigstens ein kleines bisschen Hoffnung: Gibt es nicht vielleicht doch eine Schwachstelle?

(Überlegt) Hmmh, ich weiß nicht. Bei Barça kann jeder Spieler die Partie entscheiden, jeder. Wenn wir uns auf zwei Spieler konzentrieren, dann kommt eben ein dritter.

Einige Stammspieler sind verletzt und fallen womöglich aus.

Na und? Dann kommt eben ein anderer rein, der kein bisschen schwächer ist.

Was macht die Faszination Barça aus?

Die Mannschaft hat untereinander unheimlich viel Spaß. Alle Spieler sind stark im Dribbling, und sie spielen den flüssigsten Kombinationsfußball der Welt. Die verstehen sich blind.

Erzählen Sie mal.

Vergangene Saison bestand der Angriff aus Thierry Henry, Lionel Messi und Samuel Eto"o, das magische Dreieck. Hey, ich kann Ihnen sagen, das war Weltklasse. Im Training haben wir manchmal gegen Messi gespielt. Du hattest alles im Griff, und dann ist er losgetanzt. Eins, zwei, drei, war er durch und hat ein Tor gemacht.

Was für ein Typ ist Messi?

Er ist ein ruhiger, aber auch ein lustiger Mensch. Wenn er den Ball hat, sieht es so aus, als klappe alles von allein. Er macht irgendwas, und das funktioniert dann einfach. Es geht alles so schnell bei ihm. Man kann nie ahnen, was er als Nächstes vorhat. Er ist einfach unglaublich, Messis Spiel ist nicht von dieser Welt. Er ist zurzeit der beste Fußballer der Welt.

Der Architekt des jüngsten Erfolgs ist Trainer Josep Guardiola. Er hat früher selbst für Barcelona gespielt. Wo liegen seine Stärken?

Er ist jung, er versteht alles über Taktik, und er kann die Mannschaft begeistern. Er kommuniziert viel, er erkennt die Stimmungen im Team - er hat den Schlüssel zu jedem Spieler, er hat Zugang zu jedem Einzelnen.

Was macht für Sie persönlich den Reiz von Barcelona aus?

Bevor ich zu Barça kam, hatte ich beim FC Arsenal vielleicht die besten drei Jahre meiner Karriere. Die Sache ist nur die: Mit Arsenal habe ich nichts gewonnen. Mit Barça dagegen haben wir in meinem ersten Jahr gleich sechs Titel geholt, darunter die Champions League, den spanischen Meistertitel und den Pokalsieg.

Haben Sie zurzeit Kontakt zu Barcelona?

Nein, zurzeit nicht.

Wir versuchen es ein letztes Mal: Ist der VfB wirklich chancenlos?

Niemand kann Barça stoppen, niemand auf der Welt. Aber wir können Barça in einem Spiel schlagen, das auf jeden Fall. Dazu muss aber alles passen, wirklich alles.

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