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Messe Stuttgart Minister Schmid - vom Zweifler zum Fan

Von Josef Schunder 

Seit der Inbetriebnahme des neuen Messegeländes beim Flughafen ist die Messe Stuttgart (hier mit den Parkhäusern über der Autobahn) immer besser ins Geschäft gekommen Foto: Messe Stuttgart
Seit der Inbetriebnahme des neuen Messegeländes beim Flughafen ist die Messe Stuttgart (hier mit den Parkhäusern über der Autobahn) immer besser ins Geschäft gekommenFoto: Messe Stuttgart

Die Messe Stuttgart wird unter anderem von neu konzipierten Messeveranstaltungen beflügelt. Zum Neujahrsempfang kamen rund 1600 Gäste, darunter Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid mit Ehefrau Tülay.

Stuttgart - Mit Rekordzahlen ohne Ende warten Stuttgarts Messe-Chefs Ulrich Kromer und Roland Bleinroth auf. Am Donnerstag legten sie bei der Bilanzpressekonferenz durchweg positive Daten aus 2015 vor – wie ein Jahr zuvor für 2014. Und Anfang 2016 soll sich das wiederholen.

Mit Erlösen von etwa 115 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis vor Pacht und Ertragssteuer von rund acht Millionen Euro machte das Jahr 2015 den Geschäftsführern und Gesellschaftern (Land sowie Stadt Stuttgart) der Messe Stuttgart viel Freude. In der Kategorie der ungeraden Jahre, in denen die Messe turnusmäßig weniger zugkräftige Veranstaltungen hat, ist das Jahr 2015 das bisher erfolgreichste: am meisten Besucher (fast 1,13 Millionen), am meisten ausländische Gäste (30 Prozent bei den Ausstellern, zehn Prozent bei den Besuchern).

Was an Geldern übrig bleibt, führt die Messe nahezu vollständig als Pachtzahlung an die Projektgesellschaft Neue Messe ab, die ebenfalls dem Land und der Stadt Stuttgart gehört und die als Grundstücksgesellschaft fungiert. Sie bestreitet mit den Pachteinnahmen wiederum die Erneuerung und Erweiterung der Messeanlage. Unter anderem finanziert sie den Bau der neuen Halle 10 mit einem neuen Messe-Eingang West, was rund 67 Millionen Euro kosten wird.

Alle etablierten Messeveranstaltungen legten zu

Beim Betriebsergebnis gab es vermeintlich schon bessere ungerade Jahre, doch da seien etwas irreführende Sondereffekte mit drin gewesen, hieß es. Als voller Erfolg erwies sich vor allem die Fachmesse Moulding Expo für Werkzeug-, Modell- und Formenbau, die prompt 620 Aussteller und 14.000 Besucher angezogen habe.

Aber auch der Einstand des neuen Messeduos „Veggie & frei von“, bei der es um pflanzliche Ernährung und Lebensmittel ohne allergene Stoffe geht, wird als Aktivposten verbucht. Zudem hätten etablierte Veranstaltungen wie die Urlaubsmesse CMT allesamt mehr Aussteller und Besucher angezogen.

Die Aussichten für 2016

In diesem Jahr rechnet man mit Rekorderlösen selbst für gerade Jahre von gut 140 Millionen Euro und mit einem Betriebsergebnis vor Pacht und Steuer von gut 20 Millionen Euro, machte Ulrich Kromer, Sprecher der Geschäftsführung, deutlich. Der Aufwärtstrend der Messe Stuttgart soll auch von einer neuen Veranstaltung am 25. und 26. Juni befeuert werden: Es handelt sich um die Comic Con Germany, einen neuen Treff für Fans von Comics, Videospielen, TV-Serien und dergleichen. Das sei ein Abkömmling einer sehr erfolgreichen Veranstaltung in San Diego (USA).

Keine Publikumsmesse, sondern eine Fachmesse ist die zweite Messeneuheit des Jahres. Bei der Veranstaltung MorgenStadt Urban Solutions sollen unter anderem Bürgermeister und Wirtschaftsförderer sich vom 21. bis zum 23. Juni mit der Stadt der Zukunft befassen. Die Geburt dieser Neuerung sei schwierig, sagte Kromer. Allerdings haben Stadt und Region Stuttgart ein Interesse daran.

Neu wird auch die Pest Protect sein, die dem Thema Schädlingsbekämpfung gewidmet ist. Gleich fünf neue Veranstaltungen hat sich die Messe Stuttgart wieder im Ausland vorgenommen, denn im Auslandsgeschäft habe man einiges aufzuholen, räumte Bleinroth ein. Unter anderem gibt die Rolladen + Tore jetzt ein Gastspiel in Sao Paulo (Brasilien) und die Maschinenbaumesse AMB geht in den Iran.

Der Auftakt

Mit ihrem Neujahrsempfang ging die Messe am Abend ins neue Geschäftsjahr. Dazu kamen rund 1600 Gäste, darunter Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid und seine Frau Tülay. Zuvor wurde symbolisch der erste Spatenstich für die neue Halle 10 vorgenommen, die Anfang 2018 fertig sein soll. Schmid räumte ein, er sei anfangs beim Projekt Messeneubau auch „Zweifler“ gewesen. Jetzt sei diese Messe ein wichtiges Schaufenster der Leistungsfähigkeit Baden-Württembergs. Die Landesregierung werde ihren Erfolg „weiter nach Kräften befördern“.

Stuttgarts Erster Bürgermeister Michael Föll (CDU) sprach im Blick auf die Halle 10 von einer nur vorläufigen Vollendung des städtebaulichen Konzeptes. Man könne eine weitere Ergänzung ja nicht für alle Ewigkeit ausschließen.

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