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Messe in den Wagenhallen Brautkleid muss nicht superteuer sein

Von Bérénice Schneider 

Ob in großer Runde wie hier bei dieser Hochzeit oder im kleinen Kreis – bei der Hochzeitsmesse gibt’s für alle Anregungen Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Ob in großer Runde wie hier bei dieser Hochzeit oder im kleinen Kreis – bei der Hochzeitsmesse gibt’s für alle AnregungenFoto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Festival-Flair haben die Veranstalter der Hochzeitsmesse in den Wagenhallen angestrebt – und ihr Ziel offenbar erreicht. Sowohl Aussteller als auch Kunden zeigten sich zufrieden.

Stuttgart - „Mich hat angesprochen, dass dies keine reine Hochzeitsmesse ist, sondern auch Ideen für Geburtstage und Sommerfeste gibt“, sagt Judith Erb über die „Fest Versprochen“. Sie ist eine der wenigen nicht regionalen Aussteller auf der Messe, die am Wochenende in den Wagenhallen erstmalig ein neues Klientel ansprechen wollten. All jene nämlich, die sich auf traditionellen Hochzeitsmessen weder wohl fühlen noch die gesuchte Inspiration finden.

Kein Wunder: „Viele meiner Freunde wollen keine traditionelle Hochzeit – und liegen damit voll im Trend.“ Karin Haller lehnt an einem mit Wiesenblumen geschmückten Stehtisch und entschuldigt sich für die legere Haltung: Seit halb sieben sei sie bereits in den Wagenhallen, gemeinsam mit Co-Veranstalterin Rosa Pöttinger habe sie viel zu tun. Und der Samstag wurde lang: Im Gegensatz zu anderen Messen hat die „Fest Versprochen“ bis 21 Uhr geöffnet. „Das gibt dem Ganzen ein wenig Festival-Flair und passt zu unserem Konzept.“ Das umfasst dennoch die gängigen Angebote: Kleider, Ringe, Deko, Blumen, Torten. Bloß der Rahmen ist kleiner, individueller.

Aus Alt mach Neu

Auch die Aussteller sind anders, ihre Produkte ebenso. Es sind kleine Betriebe, wie der von Judith Erb. Die Essenerin verkauft „Brautmoden mit Geschichte“, nämlich Secondhand-Hochzeitskleider. „Vor einigen Jahren habe ich mit Freundinnen Hochzeitskleider gesucht. Alle Modelle waren sehr ähnlich und außerdem sehr teuer. „Und dabei werden sie nur einmal getragen!“ Weil sie alte Dinge liebe, sei ihr die Geschäftsidee gekommen. In Absprache mit den Kundinnen werden diese alten Kleider zwar oft noch stark umgearbeitet, dafür aber „hat die Braut tatsächlich ein individuelles Hochzeitskleid, das genau für sie angefertigt wurde“. Mit diesem Angebot, da ist sich Judith Erb sicher, würde sie auf keiner der traditionellen Messen Gehör finden.

Auch Mario Baumann stellt seine Oldtimer nur auf der „Fest Versprochen“ aus. Bei seinem Unternehmen namens Radiergummi Racing finden Interessenten keine auf Hochglanz polierten Ford Mustang oder Cadillacs. Hier gibt es tiefergelegte VW Käfer und Ford Taunus. Autos, denen man ihr Alter und den täglichen Gebrauch ansieht. „Klar, wir könnten auch den Mustang mit V8-Bigblock anbieten. Aber das gibt es doch schon bei anderen“, meint Baumann. Schließlich sei das ganze Projekt aus dem Zufall geboren. „Wir haben diese ganzen alten Karren, und weil es Leute gibt, die keine schicke Hochzeitskutsche wollen, stehen wir hier.“ Sie seien auch schon ein paar Mal angesprochen worden, denn manchen sei gerade erst eingefallen, dass sie noch ein Auto für die Hochzeit bräuchten. „Wenn da ein paar zusätzliche Aufträge reinkommen, bin ich zufrieden.“

Zufrieden ist auch Karin Haller: „Es ist einfach schön, die Stände sehen toll aus und jeder ist begeistert.“ Fest versprochen: „Die Messe wird eine jährliche Veranstaltung.“

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