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Mercedes Daimler zahlt Mitarbeitern Rekordbonus

Petra Otte, vom 08.02.2012 23:00 Uhr
Der Mercedes-Stern auf dem Bahnhofsturm von Stuttgart leuchtet. Foto: dpa
Der Mercedes-Stern auf dem Bahnhofsturm von Stuttgart leuchtet. Foto: dpa

Stuttgart - Der Premiumhersteller Daimler feiert 2011 in mehrfacher Hinsicht Rekorde: Absatz, Umsatz und Ergebnis erreichten die höchsten Werte in der Firmengeschichte. Mit sechs Milliarden Euro Gewinn hat das Stuttgarter Unternehmen fast 30 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. „Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen – und wir haben es mehr als erreicht“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche bei der Zahlenvorlage. Mit Ausnahme der Daimler-Bussparte verbesserten alle Geschäftsfelder ihr Ergebnis. 5,2 von knapp neun Milliarden Euro erwirtschaftete Mercedes mit Pkw.

Die Tarifmitarbeiter der Daimler AG profitieren mit einer Ergebnisbeteiligung in Rekordhöhe von 4100 Euro vom Erfolg. Das sind 950 Euro mehr als im Vorjahr und 350 Euro mehr als die bisherige Rekordausschüttung für das Jahr 2007. Entsprechend zufrieden zeigte sich Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Er erklärte aber, dass sich die ­Beschäftigten die Prämie durch zahlreiche Überstunden und Zusatzschichten „hart ­erarbeitet haben: Die Ergebnisbeteiligung verstehen wir als eine angemessene Würdigung dieses Einsatzes.“ Daimler-Anleger sollen 2,20 Euro Dividende je Aktie erhalten – 35 Cent mehr als im Vorjahr.

2013 will der Autobauer wieder höhere Renditen erwirtschaften

Für 2012 zeigte sich Zetsche ebenfalls zuversichtlich, räumte aber ein, dass die Profitabilität infolge hoher Investitionen voraussichtlich zurückgehen werde. Dieses Jahr bringt Daimler sechs zusätzliche Modelle auf den Markt. Hinzu kommen Kosten für die Entwicklung sparsamerer Motoren und alternativer Antriebe. 2013 will der Autobauer aber wieder höhere Renditen erwirtschaften und spätestens 2020 die Rivalen BMW und Audi im Oberklasse-Segment abhängen.

Dass es momentan andersherum läuft und Daimler insbesondere bei der Profitabilität der Konkurrenz hinterherfährt, betrachtet Zetsche als vorübergehenden Zustand. Die Spitzenposition im Premium-Geschäft falle Daimler zwar „nicht in den Schoß“ – man habe aber „Luft nach oben“. Im wichtigen Pkw-Geschäft hat der Konzern zuletzt neun Prozent Umsatzrendite erwirtschaftet, ab 2013 sollen es dauerhaft mindestens zehn sein. Von BMW und Audi werden bereits für 2011 deutlich zweistellige Umsatzrenditen erwartet.

Kommentare (8)
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FEB
11
13:17 Uhr, geschrieben von Exilstuttgarter
Freude beim Fiskus
Und am meißten freut sich der Fiskus, der dann wieder die Hälfte abkassieren kann.
FEB
10
16:07 Uhr, geschrieben von Leiharbeiter
@Hans
Falsche Logik. Wenn jemand seit 3 Jahren täglich seine Arbeit verrichtet beim Daimler. Dort seine "Chefs" hat und dort den Umsatz generiert aber aufm Papier steht dann eben "Firma XYZ" dann ist das nicht das gleiche als ob ein Daimlermitarbeiter bei Porsche beteiligt werden soll. Der hat bei Porsche nämlich auch nichts zum Umsatz beigetragen. Es gibt schließlich ganze Abteilungen bei denen die Internen langsam durch Externe ersetzt werden, da das schlichtweg billiger für Daimler ist. Und man muss auch weniger Menschen an einem Bonus teilhaben lassen. Ich sage das ist ganz klar, unsozial und armes Verhalten. Aber wenns schlecht geht dann soll der Steuerzahler herhalten.
FEB
10
14:04 Uhr, geschrieben von Ano Nymus
Nur bedingt ein Grund zum Feiern
Die Kurzarbeiter waren in den 1,5 Jahren der Krise noch vergleichsweise gut dran. In Verwaltung und Entwicklung wurde hingegen die Arbeitszeit und damit das Gehalt um knapp 10% gekürzt. Das Arbeitspensum und die Terminlage blieb die gleichen, bzw. wuchsen noch an, weil gleichzeitig die Ausgaben gekürzt und die ganzen Leihkräfte freigesetzt wurden und die Arbeit zusätzlich geleistet werden mussten. Über die 1,5 Jahre kommen da schon durch den Lohnverzicht Beträge zusammen, die den Bonus um ein Mehrfaches übersteigen. Von verfallenen Arbeitszeiten und nicht bezahlter Mehrleistung ganz zu schweigen. Die Vorstände haben zwar in der Zeit aus "Solidarität" sogar auf 15% ihrer Bezüge verzichtet, sich aber hinterher 100% Bonus genehmigt. Mit einem zusätzlichen Jahresgehalt lässt sich so ein "grosszügiger" Verzicht natürlich verschmerzen.
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