Stuttgart - Der Premiumhersteller Daimler feiert 2011 in mehrfacher Hinsicht Rekorde: Absatz, Umsatz und Ergebnis erreichten die höchsten Werte in der Firmengeschichte. Mit sechs Milliarden Euro Gewinn hat das Stuttgarter Unternehmen fast 30 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. „Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen – und wir haben es mehr als erreicht“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche bei der Zahlenvorlage. Mit Ausnahme der Daimler-Bussparte verbesserten alle Geschäftsfelder ihr Ergebnis. 5,2 von knapp neun Milliarden Euro erwirtschaftete Mercedes mit Pkw.
Die Tarifmitarbeiter der Daimler AG profitieren mit einer Ergebnisbeteiligung in Rekordhöhe von 4100 Euro vom Erfolg. Das sind 950 Euro mehr als im Vorjahr und 350 Euro mehr als die bisherige Rekordausschüttung für das Jahr 2007. Entsprechend zufrieden zeigte sich Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Er erklärte aber, dass sich die Beschäftigten die Prämie durch zahlreiche Überstunden und Zusatzschichten „hart erarbeitet haben: Die Ergebnisbeteiligung verstehen wir als eine angemessene Würdigung dieses Einsatzes.“ Daimler-Anleger sollen 2,20 Euro Dividende je Aktie erhalten – 35 Cent mehr als im Vorjahr.
2013 will der Autobauer wieder höhere Renditen erwirtschaften
Für 2012 zeigte sich Zetsche ebenfalls zuversichtlich, räumte aber ein, dass die Profitabilität infolge hoher Investitionen voraussichtlich zurückgehen werde. Dieses Jahr bringt Daimler sechs zusätzliche Modelle auf den Markt. Hinzu kommen Kosten für die Entwicklung sparsamerer Motoren und alternativer Antriebe. 2013 will der Autobauer aber wieder höhere Renditen erwirtschaften und spätestens 2020 die Rivalen BMW und Audi im Oberklasse-Segment abhängen.
Dass es momentan andersherum läuft und Daimler insbesondere bei der Profitabilität der Konkurrenz hinterherfährt, betrachtet Zetsche als vorübergehenden Zustand. Die Spitzenposition im Premium-Geschäft falle Daimler zwar „nicht in den Schoß“ – man habe aber „Luft nach oben“. Im wichtigen Pkw-Geschäft hat der Konzern zuletzt neun Prozent Umsatzrendite erwirtschaftet, ab 2013 sollen es dauerhaft mindestens zehn sein. Von BMW und Audi werden bereits für 2011 deutlich zweistellige Umsatzrenditen erwartet.
