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„Mein Kampf“-Vergleich AfD leitet Verfahren gegen Fiechtner ein

Von Leon Scherfig 

Der AfD-Kreisvorstand distanziert sich von den Äüßerungen des AfD-Stadtrats Heinrich Fiechtner Foto: dpa
Der AfD-Kreisvorstand distanziert sich von den Äüßerungen des AfD-Stadtrats Heinrich FiechtnerFoto: dpa

AfD-Stadtrat Heinrich Fiechtner hat vergangene Woche den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. Der kreisvorstand distanziert sich nun von dieser Aussage.

Stuttgart - Die Streit innerhalb der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Stuttgart verschärft sich. So distanzierte sich der AfD-Kreisvorstand am Montagabend in einer Pressemittelung deutlich von den Äußerungen seines Stadtrats Heinrich Fiechtner und drohte mit Konsequenzen für den Stadtrat in den eigenen Reihen. Der Kreisvorstand, heißt es in dem Schreiben, werde „ein Parteiordnungsverfahren gegen Herrn Dr. Fiechtner einleiten“.

Der Kommunalpolitiker, eines von drei AfD-Mitgliedern im Gemeinderat, hatte den Koran in der vergangenen Woche am Rande einer Solidaritätsbekundung mit Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. Der Kreisvorstand wehrt sich vehement gegen solche Aussagen: „Bei dieser Äußerung handelt es sich ausschließlich um die Privatmeinung von Herrn Dr. Fiechtner“, heißt es dort. Ferner distanziere sich der Vorstand von den „herabsetzenden Äußerungen Dr. Fiechtners über den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn“.

Auf dem sozialen Netzwerk Facebook finden sich wüste Beschimpfungen des AfD-Politikers. „Der OB ist ohnehin ein mieser faschistoid-populistischer Scharfmacher“, soll er dort beispielsweise in einer geschlossenen Gruppe geschrieben haben.

Der 54 Jahre alte Mediziner reagierte am Montagabend mit einer eigenen Mitteilung. Die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit wegen der Anti-Pegida-Demonstration sei durch die Äußerungen des Oberbürgermeisters ausgelöst worden. Der OB hatte die AfD bei der Demonstration am 5. Januar auf dem Schlossplatz kritisiert. Fiechtner schreibt: „In den folgenden Tagen ist der Streit eskaliert. In diesem Zusammenhang habe ich den Oberbürgermeister in einer geschlossenen Facebook-Gruppe herabgewürdigt.“

Diese Überreaktion sei in einer emotional aufgeladenen Situation erfolgt, rechtfertigt sich der AfD-Politiker. „Hierfür entschuldige ich mich ausdrücklich. Dem Oberbürgermeister werde ich mein Bedauern noch in geeigneter Form übermitteln“, schreibt Fiechtner.

Beim Stadtoberhaupt allerdings scheint das Verständnis ausgereizt. Auf Anfrage der „Stuttgarter Zeitung“ zeigte sich Kuhn „schockiert über die Äußerung auf Facebook“. Wer so etwas schreibe, „mit dem ist keine ernsthafte politische Auseinandersetzung möglich“.

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