Mehrkosten bei Stuttgart 21 Der Bund will es genauer wissen

dpa/lsw, 27.01.2013 15:50 Uhr
Der Druck auf die Bahn wächst: Nach der angekündigten Kostenexplosion beim Bauvorhaben Stuttgart 21 in Milliardenhöhe muss sich der Konzern jetzt auch den Fragen der Bundesregierung stellen.

Stuttgart/Hamburg - Nach der baden-württembergischen Landesregierung fordert nun auch der Bund von der Deutschen Bahn Aufklärung über die jüngste Kostenexplosion beim Projekt Stuttgart 21. Die Staatssekretäre aus den Ministerien für Verkehr, Wirtschaft und Finanzen, die die Bundesregierung im Aufsichtsrat der Bahn vertreten, hätten einen Fragenkatalog an den Konzern geschickt, sagte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums am Sonntag und bestätigte Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“.

 

Die Staatssekretäre wollen dem Bericht zufolge unter anderem wissen, seit wann dem Vorstand bekannt ist, dass es zu deutlichen Kostensteigerungen kommt. Die Bahn hatte im Dezember mitgeteilt, der Finanzierungsrahmen für Stuttgart 21 erhöhe sich um 1,1 auf 5,6 Milliarden Euro. Diese Mehrkosten will die Bahn selbst stemmen. Hinzu kämen Risiken von 1,2 Milliarden Euro, für die das Unternehmen nicht die Verantwortung übernehmen will.

Ärger über "Planungs- und Managementfehler"

Kritik äußern die Regierungsvertreter dem Bericht zufolge unter anderem an „Planungs- und Managementfehlern“ der Bahn, insbesondere an „zu optimistischen Planungsannahmen“. Selbst ein Abbruch der Bauarbeiten sei aus Sicht der Staatssekretäre denkbar, schreibt der „Spiegel“. Eine der 34 Fragen laute: „Hat die DB Alternativszenarien geprüft? Welche? Mit welchen Ergebnissen?“ Zudem wollen sie wissen, ob angenommene Ausstiegskosten extern überprüft wurden.

Die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg hatte immer wieder Transparenz und umfassende Informationen von der Bahn gefordert. Ein Sprecher von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte am Sonntag, es sei sicher auch gut, wenn die Bundesregierung nun nach den Gründen für die Mehrkosten frage. „Der Bund ist der hundertprozentige Besitzer der Bahn. So gesehen entfaltet das bestimmt schon seine Wirkung.“

Die Staatssekretäre hatten den Fragenkatalog laut „Spiegel“ kurz vor Weihnachten erstellt. Diese Woche solle die Bahn vor einer Arbeitsgruppe des Aufsichtsrats dazu Stellung nehmen.

 

 
 
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Kommentare (94)
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Lia Roß Ist schon länger als 1 Jahr her
Dem Tiefbahnhof war auch gesunder Verstand stets im Weg, nicht nur der Nordflügel. Aber auch den haben sich manche Leute zurückbauen lassen.
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Eisenbahner pro S21 Ist schon länger als 1 Jahr her
Werter Stuttgarter! 'Dabei erkennt man vor Ort deutlich, dass man den Nordflügel locker hätte erhalten können, hätte man die Grube lediglich um drei Meter weiter in Richtung Heilbronner Straße gegraben. ' Der Nordflügen wurde nicht abgerissen, um das Technikgebäude zu bauen, sondern um Platz für den an dieser Stelle 8gleisigen Tunnel zu schaffen, der nämlich den S-Bahn-Tunnel überqueren muss und deshalb weit nach oben in den Nordflügel-Fundamente hineinreicht
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Lachsack Ist schon länger als 1 Jahr her
'Jeder fünfte Stuttgarter ist auch wegen s21 akut von Armut bedroht. Das wurde amtlich festgestellt.' der Lacher des Tages - Danke!
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Rudie Kohlenkeller Ist schon länger als 1 Jahr her
Rudi Kohlenkeller lacht und der Mensch in ihm stirbt. Die Schöpfung lacht nur noch! Kann man wirklich so denken wie sie?
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Fred Diestel Ist schon länger als 1 Jahr her
Primitiv wie immer. Auch Abschreiben will gelernt sein! Ignorant So und so! Dummheit verliert: Jeder fünfte Stuttgarter ist auch wegen s21 akut von Armut bedroht. Das wurde amtlich festgestellt.
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