Medienexperte Groebel Raab kein Moderator für Kanzlerkandidatenduell

Winfried Weithofer, 13.02.2013 18:00 Uhr
Der Medienexperte Jo Groebel betont, dass es bei einem TV-Duell der Kanzlerkandidaten höchst professionell zugehen muss. Raab komme als Moderator für Kanzlerkandidatenduell nicht in Frage.

Der renommierte Berliner Medienexperte Jo Groebel sieht in Stefan Raab keinen geeigneten Moderator für ein TV-Duell der Kanzlerkandidaten. Damit unterstützt er den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Groebel betont, dass es bei einem TV-Duell der Kanzlerkandidaten höchst professionell zugehen muss.

Herr Groebel, der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lehnt Stefan Raab als möglichen Moderator eines TV-Duells mit Angela Merkel ab. Ist das nicht schade?
Peer Steinbrück oder auch Angela Merkel können nur mit jemand in den Ring steigen, der ein absolut seriöser Politik-Moderator ist. Da hilft auch das Argument nicht, dass man mit Stefan Raab jüngere Zuschauer erreichen könnte. Steinbrück und Merkel können eben nur die höchstmögliche Moderationskompetenz akzeptieren. Die politischen Themen sind ernsthaft zu behandeln, und auch um den Preis der Langeweile kommen dafür nur professionelle Moderatoren infrage. Im Übrigen verstehe ich, dass Merkel nur ein TV-Duell will, sie will Steinbrück eben nicht die Möglichkeit geben, gleich zweimal mit ihr auf Augenhöhe zu debattieren. ZweiDuelle hätten natürlich für die Kandidaten den Vorteil, mögliche Formschwankungen auszugleichen.


War der Vorschlag von Stoiber überhaupt ernst gemeint?
Ich will nicht ausschließen, dass er eine Falle aufgestellt hat. Er ist ja ein Hund. Ich glaube sowieso nicht, dass Stoiber in eine Sendung von Raab gehen würde. Und Steinbrück kann auf den Vorschlag nicht eingehen, weil er vom politischen Gegner kommt.

Waren die bisherigen Kandidatenduelle vielleicht zu langweilig?
Ich denke, der Königsweg für die Kanzlerkandidaten ist ohnehin nicht das Fernsehduell, sondern das Interview. Wenn sie die Jugend ansprechen wollen, müssen sie in einem entsprechenden jugendaffinen Format zeigen, was sie draufhaben. Es gibt da ja nicht nur Stefan Raab, der als Interviewer infrage kommt, sondern auch viele andere. Ein solches Interview könnte man genauso spektakulär aufziehen.

 
 
Kommentare (5)
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rapozuff Ist schon länger als 1 Jahr her
ist ein Comedian. Er ist in keinster Weise dazu geeignet, irgend welche deutschen Kanzlerkandidaten zu befragen / zu moderieren.
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lustig Ist schon länger als 1 Jahr her
überschätzt sich da der herr nicht etwas. im gegensatz zu stefan raab ist politik weder seriös, noch professionell und schon gar nicht unterhaltsam. stefan raab hat es nicht nötig sich auf das niveau des öffentlich rechtlichen rundfunks herabzulassen. der es nicht schafft sein geld selbst zu verdienen sondern dem staat und steuerzahler auf der tasche liegt.
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R.B. Ist schon länger als 1 Jahr her
Ich persönlich finde das S. Raab für eine gewisse Klientel einen guten Unterhaltungswert hat. Beim TV Duell, wenn es dann unbedingt sein muss, der Kanzlerkandidaten erwarte ich aber doch mehr seriösität in der Sache. Allerdings bin ich der Meinung, dass es so etwas wie ein TV Duell der Kandidaten nicht geben muss. Man sollte endlich mal mit der 'Veramerikanisierung' unserer Gesellschaft aufhören. Die Kandidaten sollen gefälligst auf die Strasse gehen, und ihr Programm bei den Bürgern vorstellen.
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Dieter Machmüller Ist schon länger als 1 Jahr her
Denk ich an Raab, denk ich an Dschungelcamp, Wok-Rennen, Maschendrahtzaun und an anderen Stuff für Grenzdebile aus den Reihen des Privat-TV. Mit seriöser Information oder essentiellem Wert für den Fortbestand unserer Demokratie würde ich den Fleischhauer-Sohn nicht in Verbindung bringen. Sollte ich mich irren wäre Deutschland aber sowas von auf den Hund gekommen...
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zawinul2000 Ist schon länger als 1 Jahr her
Was ist Professionalität ? Der Artikel erweckt bei mir den Eindruck, Professionalität ist gleich Systemrelevanz. Auch Herr Groebel scheint sich als unverzichtbar zu empfinden. Es geht hier in Wahrheit um Machtspiele, die man bitteschön unter sich spielen will, ein exklusiver Zirkel also. Ich denke, Herr Raab ist genau der Richtige, um diese verkrusteten Machtstrukturen aufzuzeigen und offenzulegen. Dies wäre ein Schritt in Richtung Demokratie, der niemals ein schlechter sein kann, da es genau an Demokratie, und deren Verständnis, in Deutschland schwer mangelt.
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