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Nun aber haben die Karlsruher Richter für die Wende gesorgt. Ihre Begründung für die Freilassung: Es stehe „Aussage gegen Aussage“. Zum einen habe Kachelmanns Ex-Freundin in den Vernehmungen widersprüchliche Aussagen gemacht. Zum anderen könnten „Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive“ nicht ausgeschlossen werden, Soll heißen: Womöglich habe sich die Frau die Verletzungen mit dem Messer selbst zugefügt.
„Der Beschluss des Oberlandesgerichts hat einem Justizskandal Grenzen gesetzt“, freut sich Birkenstock. Es handele sich um „die Auferstehung der Unschuldsvermutung und die Rückkehr der Rechtsstaatlichkeit“. Er werde jetzt mit seinem Mandanten die Hauptverhandlung „konzentriert vorbereiten“. Nur wann beginnt sie? Das Landgericht Mannheim jedenfalls teilt am Donnerstag in einer dürren Presseerklärung mit, es sei „nicht abzusehen“, ob der Prozess wie geplant am 6. September beginnt.
Zweifel an den Aussagen der Ex-Freundin
Justizexperten sehen in der vorzeitigen Freilassung Kachelmanns eine schwere Schlappe für die Staatsanwaltschaft und einen großen Prozessvorteil für den ARD-Mann. Jetzt müsse das Gericht alle vorliegenden Beweise noch genauer abwägen. Und da letztendlich nur Kachelmann und seine Ex-Freundin zum Tathergang eine Aussage machen könnten, sei eine Verurteilung des TV-Manns unwahrscheinlicher geworden. Dass der Schweizer nun nicht untertauchen, sondern zum Prozess kommen wird, gilt als sicher. „Er hat doch immer wieder betont, dass er unschuldig ist. Das wird er jetzt beweisen wollen“, heißt es am Donnerstag aus seinem Umfeld. Sein Anwalt jedenfalls ist sich sicher, dass „Wahrheit, Wissenschaft und Recht auf unserer Seite stehen“. In mehreren Gutachten waren zuletzt Zweifel an den Aussagen der Ex-Freundin aufgekommen. Wie deren Anwalt Thomas Franz die Entwicklung bewertet, bleibt vorerst unklar. „Er ist auf Geschäftsreise im Ausland“, sagt sein Büro am Donnerstag.
Und was macht die ARD nun? Bis auf weiteres wird Kachelmann, auch wenn er vorerst wieder ein freier Mann ist, nicht auf den Bildschirm zurückkehren. „Wir warten das schwebende Verfahren ab“, sagte ein ARD-Sprecher in München. Auch Kachelmanns Meteomedia lehnte eine Stellungnahme ab. Dort geht der Betrieb weiter wie in den vergangenen vier Monaten – als Kachelmann nicht da war.
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